Wolken ziehen über Megaprojekt auf

Wolken ziehen über Megaprojekt auf

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Die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) will in Inwil (LU) das grösste Solarkraftwerk der Schweiz bauen, mitten auf dem Feld auf einer Fläche von 15 Hektaren. Vor allem bei der Stiftung Landschaftsschutz sorgt das Projekt für Ärger; Sie will sich nun gegen das Projekt zur Wehr setzen.
 
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Die geplante Solaranlage bei Inwil umfasst eine Fläche von umgerechnet 20 Fussballfeldern.
 
„Dieses Solarkraftwerk ist unnötig“, reklamierte Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz, in der „Neuen Luzerner Zeitung“. Seiner Meinung nach lässt sich die Stormmenge, die die CKW mit ihrer geplanten Anlage produzieren will, auch von mehreren kleinen Anlagen auf Dächern von Industriebauten und entlang der Autobahnen generieren. Er sei erstaunt, dass die CKW den Landschaftsschutz Schweiz nicht vorgängig informiert hätten, sagte Rodewald gegenüber der Nachrichtenagentur sda. In einem solchen Fall hätte die Stiftung ihre Bedenken und Alternativvorschläge frühzeitig einbringen können. Halten die CKW an ihrem Vorhaben fest, will die Organisation laut Rodewald wahrscheinlich von ihrem Beschwerderecht Gebrauch machen: „Im Moment sehe ich keinen Grund, warum wir dieses Projekt akzeptieren sollten.“
 
Die CKW halten vom Vorschlag, Solaranlagen auf Dächern zu installieren, wenig. Dies wäre in Inwil nicht realisierbar, sagte Sprecherin Dorothea Ditze gegenüber der „Neuen Luzerner Zeitung“. Ein Grosskraftwerk ist ihrer Ansicht nach die bessere Lösung: „Freiflächenanlagen sind ökonomisch sinnvoll und produzieren im Vergleich zu normalen Dachanlagen günstigeren Solarstrom.“ Der Bau einer gleich grossen Anlage ist aus Sicht der CKW in der Region auf einem Dach nicht umsetzbar. - In das Projekt wollen die CKW 25 Millionen Franken investieren.
 
Zwiespältig scheint der Schweizerische Fachverband für Solarenergie Swissolar dem Projekt gegenüber zu stehen. In einer Medienmitteilung lobt er das Projekt zwar als „wichtigen Beitrag zur Energiewende in der Schweiz“. Er wendet aber ein, dass riesige, zur Solarenergienutzung bestens geeignete Flächen auf den Dächern und Fassaden der Gebäude bestünden, auf denen bis zu 40 Prozent des Schweizer Strombedarfs produziert werden könnten. So liessen sich laut Swissolar im CKW-Versorgungsgebiet auf bereits bestehenden Bauten jährlich bis zu 900 Millionen Kilowattstunden Solarstrom erzeugen – 90 mal mehr als das geplante Kraftwerk in Inwil. (mai/sda/mgt)