Wohnhäuser wieder heiss begehrt

Wohnhäuser wieder heiss begehrt

Gefäss: 
Je mehr die Turbulenzen an den Finanzmärkten andauern, desto intensiver werden handfeste Werte wie Renditeliegenschaften gesucht. Vor allem private Investoren versuchen, so ihr Geld in einen sicheren Hafen zu bringen - und riskieren Anfangsrenditen, die sich kaum rechnen.
 
Im 2. Quartal sind die Preise für Mehrfamilienhäuser im Vergleich zum 1. Quartal deutlich um 4,1% gestiegen, zeigt das Zürcher Immobilienberatungsunternehmen IAZI AG auf. Gerechnet auf Jahresbasis sind das 6,7%. «Es ist der stärkste Anstieg seit Beginn des „Rallys“ im 2. Quartal 2009, nachdem zuvor eine Preiskorrektur nach unten stattgefunden hat.»

Kaum noch eine Rendite

Erklärt wird die Preissteigerung mit den schlechten Gewinn- und Ertragsaussichten bei Aktien und Obligationen respektive den zunehmend schlechter einschätzbaren Risiken an den Finanzplätzen. Institutionelle und private Investoren versuchen deshalb, ihr Geld in «sichere Immobilien» zu investieren. Vor allem Private würden mittlerweile selbst Objekte kaufen, deren Rendite deutlich unter 5% liegt, zieht IAZI eine Bilanz. Das Nachsehen haben institutionelle Anleger wie Pensionskassen und Versicherungen. «Für sie rechnet es sich kaum noch, Immobilien zu erwerben.»
 
Immobilien, die auf den Markt kommen, werden momentan sehr schnell gekauft. Gemäss Donato Scognamiglio, CEO der IAZI, braut sich trotz diesem hohen Nachfragedruck noch kein Unwetter zusammen: «Auch wenn die Preishausse an den Boom Ende der 80er-Jahre mahnt, so ist es doch falsch, von einer Immobilienblase bei Renditeimmobilien zu sprechen.»
Teure Westschweiz
 
Auch bei den Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen schossen die Preise plötzlich wieder in die Höhe. So zogen die Kosten für Einfamilienhäuser im 2. Quartal durchschnittlich um 3,1% an, nachdem sie sich seit 2009 nur seitwärts bewegt hatten. Den grössten Preisanstieg verzeichneten die Kantonen Genf und Waadt mit 5,5 und 4,7%. Die Eigentumswohnungen verteuerten sich sogar um 3,8%, nachdem ihr Wert in den vergangenen 12 Monaten um 3% gestiegen war. Die kräftigsten Preisschübe verzeichneten Neuenburg, Wallis, Waadt und Genf, nämlich zwischen 4 bis 4,4%. (ur)