Wohnhäuser kosten wieder mehr

Wohnhäuser kosten wieder mehr

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Im zweiten Quartal des laufenden Jahres sind die Preise für Einfamilienhäuser in den USA erstmals seit drei Jahren wieder etwas angestiegen. Seit dem Platzen der Immobilienpreisblase im Sommer 2006 waren sie laufend gesunken.
 
Der S & P/Case-Shiller-Index, der die Preisentwicklung für Häuser in 20 Grossstädten der USA abbildet, hatte sich seit Beginn der Krise bis im Frühling um 33 Prozent zurückgebildet. Inzwischen hat er so weit wieder zugelegt, dass vom ersten zum zweiten Quartal ein Anstieg von 2,9 Prozent registriert wurde. Im Juni und Mai war der Index gegenüber dem jeweiligen Vormonat zweimal hintereinander um 1,4 Prozent gestiegen. Allerdings sinkt dieser gegenüber Vorjahreswerten immer noch deutlich; im Juni betrug die Schrumpfung 15 Prozent.
 
Dennoch wecken die monatlich ansteigenden Preise am Häusermarkt die Hoffnung, dass damit auch die Wirtschaftskrise in Amerika einem Ende zusteuert. Das ist insofern plausibel, als die Rezession vom rasanten Preiszerfall bei Wohnhäusern ausgelöst wurde. Das Ende des Preiszerfalls würde einen Aufschwung stark begünstigen. Zu den Experten, die an eine Wende im US-Häusermarkt glauben, gehört auch der Ökonom Robert Shiller, der an der Entwicklung des Case-Shiller-Index beteiligt war. Andere Preisindikatoren für Wohnimmobilien scheinen den Optimisten recht zu geben. So steigt der Medianpreis für Einfamilienhäuser, der seit Beginn der Immobilienkrise im Januar auf 164 000 Dollar gesunken war, wieder an. Aktuell liegt er bei 178 000 Dollar. Zu Beginn der Krise im Juli 2006 hatte er noch 231 000 Dollar betragen.
 
Auch ein weiterer wichtiger Immobilienpreisindex, derjenige der Federal Housing Finance Agency (FHFA), ist in den letzten Monaten gegenüber dem jeweiligen Vormonat etwas angestiegen. Im Vorquartalsvergleich ergab sich hier aber weiterhin ein Minus (2,4 Prozent). Es werden denn auch Stimmen laut, die glauben, dass isoliert betrachtete Positiv-Werte überinterpretiert werden. Andere weniger erfreuliche Aspekte sollten nicht voreilig unbeachtet bleiben, meint beispielsweise das Wirtschaftsblatt «Economist». So wird der Häusermarkt aktuell noch von der Regierung subventioniert und von historisch tiefen Hypothekarzinsen gestützt. Sobald die Hilfen wegfallen und die Zinsen wieder anziehen, könnte die Erholung am US-Immobilienmarkt rasch wieder abgewürgt werden. (pb)