Wohnen wie Captain Nemo

Wohnen wie Captain Nemo

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Teaserbild-Quelle: zvg
 
 
Einen virtuellen, animierten Blick in ein Hotelzimmer gibt es hier: www.vimeo.com
 
Wie zusammengebaute Ufos sieht das Unterwasserhotel aus, das die Hafen­behörde ­Dubais im Persischen Golf plant. Die ­exzentrische Nobelherberge besteht aus mehreren Scheiben: Fünf liegen über dem Wasser und eine auf dem Grund. Diese ist über ­einen Lift mit der Oberwelt verbunden. Hier sind 21 Doppelzimmer vorge­sehen, in denen die Gäste vom Bett aus Fische bestaunen können. Dazu gehören zudem ein Tauchzentrum, ein Spa, eine Sonnenterrasse mit Garten und ein Helikopterlandeplatz. Wie die ­polnische Firma Deep Ocean Technology (DOT), die für das Konzept verantwortlich zeichnet, erklärt, ist es so gestaltet, dass es an verschiedene Umgebungen angepasst ­werden kann. Dies könnte garantieren, dass die Edelbleibe realisiert wird. Denn damit ist das ­Projekt nicht von seinem künftigen Standort ­abhängig, sollte es in Dubai ins Wasser fallen.

Megaprojekt gesunken

Ein anderes Projekt für ein Unterwasserhotel war kürzlich gescheitert. Allerdings hatten die Initiatoren damals mit der Riesenkelle angerichtet: «Hydropolis» sollte eine 260 ­Hektaren grosse ­Anlage mit 220 Suiten werden. Als 2009 die ­Immobilienblase in Dubai platzte, stand das Bauvorhaben auf immer wackeligeren Füssen und lief schliesslich wegen Finanzierungsproblemen auf Grund. Das aktuelle Projekt soll mehr als ein Luxushotel sein. Neben den ­Möglichkeiten, die es dem Tourismus eröffnet, soll es bei der Entwicklung neuer Ökosysteme ­Impulse liefern, wie Bogdan Gutkowski, Präsident der Big Invest Group, welche die DOT vertritt, ­erklärt. «Das Hotel könnte auch als Laboratorium für den Meeresschutz und die Forschung dienen.» Das dürfte die Seite des Projekts sein, die auch ­Captain Nemo aus Jules Vernes Roman «20 000 Meilen unter dem Meer» gefallen hätte. Doch am Umstand, dass es ­Touristen in die Meereswelt locken soll, hätte er kaum Freude. Suchte er doch in seiner Tiefseewohnung nicht das Vergnügen, sondern Ruhe und Schutz vor den Menschen. (mai)