Wohnen und kicken in Zürich-West

Wohnen und kicken in Zürich-West

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Teaserbild-Quelle: zvg
Das Geheimnis, wie das neue Zürcher Hardturm-Stadion aussehen wird, ist gelüftet. Heute präsentierte die Stadt die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs für die Fussballarena und die angrenzende Wohnsiedlung.
 
 
Nach jahrelangem Gezerre scheint die unendliche Geschichte um das Stadion Zürich ein Ende zu finden: Heute Mittwoch präsentierte der Stadtrat die Siegerprojekte des Architekturwettbewerbs für die künftige Fussballarena und die angrenzende Wohnüberbauung. Die Hardturm-Wohnsiedlung Siedlung stammt aus der Feder des Zürcher Büros Bob Gysin + Partner BGP, für die Architektur des Stadions zeichnen die Burkard Meyer Architekten aus Baden verantwortlich.
 
Die neue Fussballarena für FCZ und GC erfülle die Vorgaben der Stadt und der Clubs in bester Weise, schreibt das Hochbaudepartement in seiner Medienmitteilung. Entsprechend der beiden Vereine sind die Fankurven konzipiert, sie liegen sich gegenüber, damit die Fans der Stadt- beziehungsweise der Gastclubs das Stadion auf getrennten Wegen verlassen können. Zum Stadion gehören überdies ein Restaurant, zwei Fan-Bars, 15 Logen und Platz für maximal 19 500 Plätze – inklusive Stehplätze. Finden internationale Spiele statt, müssen diese in Sitzplätze umgewandelt werden, was das Fassungsvermögen des Stadions auf 16'000 verkleinert.
 
Der Stadionneubau kommt auf 150 Millionen Franken zu stehen, darin enthalten sind neben dem eigentlichen Stadion die Tiefgarage, die Erschliessung desAreals und die gesamte Umgebung, inklusive des Stadionplatzes und des Areaks, West. Hinzu kommen noch rund 80 Millionen zusätzliche Kosten, etwa für das Land, den Abbruch bestehender Bauten oder Altlastensanierung.

Kinderreiche Familien

Neben dem Stadion plant die Stadt eine Siedlung mit 154 Wohnungen, einem Doppelkindergarten, einem Hort sowie mit Gemeinschafts- und Gewerberäumen. Ein knappes Viertel der Wohnungen soll der Stiftung „Wohnungen für kinderreiche Familien“ zugute kommen. Die Überbauung öffnet sich zum Platz, zu den Nachbarüberbauungen und zum Stadion hin und erhält einen begrünten Innenhof als Erholungsraum. Kosten wird die Siedlung 80 Millionen Franken, hinzu kommen laut Stadt noch Reserven, womit sich die Kosten auf 103 Millionen erhöhen.
 
Bevor die beiden Projekte in Angriff genommen werden, müssen Gemeinderat, Stadtparlament und Stimmvolk noch grünes Licht geben: So befinden im Frühling 2013 das Stadtparlament und der Gemeinderat über einen Objektkredit von 230 Millionen Franken sowie einen jährlichen 8,3-Millionen- Franken-Betriebsbeitrag für das Stadion. Hinzu kommt noch der Objektkredit von 103 Millionen Franken für die Wohnsiedlung. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten, sie entscheiden voraussichtlich im September 2013 über die Kredite. Sagen sie Ja und läuft auch danach alles nach Wunsch des Stadtrats, erfolgt im September 2015 der Spatenstich. Damit könnten im Juli 2017 das Stadion in Betrieb genommen und die Wohnungen bezogen werden.
 
Eigentümerin des Stadions bleibt die Stadt Zürich. Sie vermietet es für jährlich 9,1 Millionen Franken an die noch zu gründende Betriebsgesellschaft, in der die beiden Clubs und die Stadt vertreten sind. Ein kleiner Teil der Aktien wird als Volksaktien aufgelegt. (mai/mgt/sda)
 

Clubs freuen sich auf „Hexenkessel“-Atmosphäre

Die Zürcher Stadtclubs FCZ und GC freuen sich darauf, dass im geplanten Stadion Zürich die ersehnte „Hexenkessel“-Atmosphäre entstehen kann. Dies sagten die beiden Präsidenten André Dosé (GC) und Ancillo Canepa(FCZ) heute Mittwoch vor den Medien. Es sei „absolut notwendig“, dass Zürich ein reines Fussballstadion erhalte, betonte Canepa. Da sei gleich eine andere Stimmung möglich, als heute im Letzigrundstadion, das vor allem für Leichtathletik- Anlässe konzipiert sei. – Denn das Projekt der Burkard Meyer Architekten sieht steil ansteigende Ränge und grosse Nähe zum Publikum vor.
 
Canepa machte zudem eine gesellschaftspolitische Überlegung geltend: Das künftige Stadion sei der einzige Ort in Zürich, wo sich „Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten“ treffen könnten. Dass dies auch wirklich geschieht, hängt nicht zuletzt von der Sicherheit ab. Diese sei im neuen Stadion sehr viel einfacher zu gewährleisten als im „offenen“ Letzigrund, hiess es an der Medienkonferenz. Wie GC-Präsident Dosé erklärte, muss es das Ziel sein, dass wieder Familien mit kleinen Kindern ungefährdet und unbehelligt Fussballspiele besuchen könnten.
 
Dosé strich die gesteigerte Attraktivität des geplanten Stadions auch für die Sponsoren hervor. Dies bringe auch mehr Einnahmen. Im übrigen habe die Jury aus allen Eingaben jenes Projekt ausgewählt, das GC stets favorisiert habe. (mai/sda)