Wo sich Fuchs und Eule Gute Nacht sagen

Wo sich Fuchs und Eule Gute Nacht sagen

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Teaserbild-Quelle: zvg
Passend zum Jahr des Waldes – die Uno hat 2011 dem Wald gewidmet – kommt Heikko Böhms Dokumentarfilm „Das Geheimnis unseres Waldes“ Mitte September in die Kinos. Mit faszinierenden Bildern lädt er zu einer mystischen Reise durchs Schweizer Blätter- und Nadeldickicht und durch die Jahreszeiten ein.
 
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Geheimnisvolle Bewohnerin des Waldes: die Eule.
 
Man hört wie das Holz auseinanderbricht. Dann gerät die Spitze ins Wanken. Schliesslich kracht der Baum auf den Boden. Er ist gefällt. „Der Wald muss schön sein“, sagt Forstarbeiter Luigi Frigerio in Celerina. „Das geht nur mit der Hilfe der Menschen.“ Das Holz müsse genutzt werden. Den Wald sich selbst zu Überlassen betrachtet er als „Todsünde“. Während der Wald früher so intensiv bewirtschaftet und abgeholzt wurde, dass er beinahe daran zu Grunde ging, wird er heute mehr als nur als Holzlieferant geschätzt: Er schützt vor Erosion und Lawinen, reinigt Luft und Wasser und ist Erholungsraum. Zudem bedeckt das grüne Dickicht heute wieder einen Drittel der Schweiz.
 
Doch das Spannungsfeld von Mensch und Natur ist nur eines der Themen, das der Film anspricht. Denn der Wald ist für viele noch immer ein Ort voller Mythen und Geheimnisse. Diese versucht Heikko Böhm mit seinem Film zu vermitteln. Die Bilder, die er dafür findet, sind von klarer Schönheit. Dennoch meint er: „Schöne Bilder allein reichten uns dafür jedoch nicht. Wir wollten den Wald keineswegs nur romantisieren und verklären. Deshalb haben wir den Zugang zum Wald über Menschen gesucht.“ Und so kommen neben Frigerio etwa ein begeisterter Jäger und Tierfotograf zu Wort und ein Survival-Instruktor, der weiss, wie man ohne Hilfe im Wald klar kommt. Daneben wird Fotograf Michel Brunner porträtiert, der mit seinem Buch „Baumriesen der Schweiz“ auf der Bestsellerliste landete. Die Stimme aus dem Off oder vielmehr der Erzähler des Wald Epos’ ist übrigens Bruno Ganz. Auch er scheint eine besondere Beziehung zum Lebensraum von Fuchs und Waldkauz zu haben. „Herr Ganz ist sehr selektiv bei der Auswahl seiner Filmprojekte“, wird Heikko Böhm im Presseheft zum Film zitiert. „Seine Agentin hat uns verraten, dass er selber gerne im Wald unterwegs ist. Das hat sicher geholfen.“ (mai)
 
Spieldaten unter: www.cineman.ch
 

Der Schweizer Wald

Der Wald bedeckt 1,27 Millionen Hektaren oder 31 Prozent der Schweiz. Gut zwei Drittel davon gehören öffentlichen Eigentümern (Kantone, politische oder Bürgergemeinden), ein Drittel ist im Besitz von rund 250'000 privaten Personen. Der freie Zutritt ist gesetzlich garantiert. Es darf nicht mehr Holz genutzt werden, als nachwächst. Zudem müssen Waldfunktionen (Rohstoff, Schutz vor Naturgefahren, Erholung, Lebensraum) dauernd aufrecht erhalten werden. Das Waldgesetz verpflichtet Eigentümer und Forstleute zur naturnahen Bewirtschaftung: 53 Prozent der Wälder sind nach den Richtlinien der Labels FSC oder PEFC zertifiziert. Verantwortlich für den Wald sind Bund, Kantone und Eigentümer gemeinsam.
 
Im Schweizer Wald wachsen pro Jahr 9,7 Mio. Kubikmeter Holz oder pro Sekunde ein Würfel von 67 Centimeter Kantenlänge. Laut dem letzten Landesforstinventar werden pro Jahr durchschnittlich 7,2 Millionen Kubikmeter Holz geerntet. (Quelle: Bundesamt für Umwelt - BAFU)