Wo schon bald ein Pilzdach „spriesst“

Wo schon bald ein Pilzdach „spriesst“

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Die Stadt Winterthur kann ihren zentralen Bahnhofsplatz für 12,5 Millionen Franken umbauen und erneuern. Der Grosse Gemeinderat hat grünes Licht für den Baukredit gegeben. Damit steht dem geplanten, markanten Pilzdach nichts mehr im Weg.
 
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Für die Gestaltung des Platzes zeichnet das Winterthurer Büros Stutz und Bolt und Partner veranwortlich.
 
Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes ist Teil des Projektes „Stadtraum Bahnhof“, mit dem das Gebiet um die Verkehrsdrehscheibe städtebaulich aufgewertet werden soll: Die Altstadt, das Sulzerareal, das Neuwiesenquartier und das Archareal sollen miteinander verbunden werden. Der Rahmenkredit für die sechs Teilprojekte beträgt insgesamt 84 Millionen Franken. Während einige davon bereits realisiert sind kann, kann nun auch „das neue Gesicht“ des Bahnhofplatzes in Angriff genommen werden.
 
Markantester Bestandteil dürfte das „Pilzdach“ sein, das dereinst Buspassagiere vor Regen und sengender Sonne schützt: Konstruktion, Grösse und Materialisierung des Dachs nehme auf die Grösse des Platzes Bezug, schrieb die Stadt anlässlich der öffentlichen Planungsauflage des Projektes vergangenes Jahr in einer Medienmitteilung. Das Dach sei lichtdurchlässig, so dass die Warteflächen tagsüber ohne künstliches Licht auskämen und bewirke einen im Sommer angenehmen Halbschatten. Der Löwenanteil des 12,5-Millionen-Franken-Kredites fliesst in dieses Bauwerk, nämlich 5,6 Millionen.
 
Somit sorgte der Riesen-Unterstand gestern im Gemeinderat nicht nur wegen seiner Optik sondern auch wegen seiner Kosten für Diskussionen. Aus ökologischer Sicht hätte eine bessere Lösung angestrebt müssen, sagte ein Sprecher der Grünlieberalen. Mit dem "Pilzdach" werde zu viel Beton und Stahl und somit graue Energie verbaut. Die „Piratenpartei“ zeigte ebenfalls keine Begeisterung. Finanzielle Bedenken äusserten EDU, CVP und SVP; sie fanden das Projekt zu teuer. Die Stadt hätte zudem abklären müssen, ob sich Fussgängerströme unterirdisch hätten leiten lassen, hiess es. Ein Rückweisungsantrag scheiterte schliesslich mit 31 Nein- zu 23 Ja-Stimmen. Befürwortet wurde die Vorlage von SP, Grünen, EVP und FDP: Das Projekt sei ein „wichtiges Puzzleteil“, das nicht blockiert werden dürfe.

Winterthur spart Geld

Mit der Zustimmung zum Projekt spare die Stadt viel Geld, sagte die Winterthurer Bauvorsteherin Pearl Pedergnana (SP). „Wir erhalten im Rahmen des nationalen Agglomerationsprogrammes Mittel aus der Bundeskasse", erklärte die Stadträtin. Über Ästhetik lasse sich zwar streiten. Das Stadtparlament nahm neben der Gesamtvorlage auch zwei Änderungsanträge zum Umbau des Bahnhofsplatzes an. Diese sehen vor, dass der „Pilz“ verössert und ein Warteraum verlängert wird.
 
Insgesamt kostet der Umbau des Bahnhofplatzes rund 18 Millionen Franken. Einen Teil davon kann die Stadt Winterthur auf den Zürcher Verkehrsverbund, den Kanton Zürich und den Bund abwälzen. Baubeginn ist voraussichtlich kommenenden Sommer. In Betrieb gehen soll der neue Platz rund ein Jahr später. (mai/sda)