Wirtschaftsraum Zürich: 14'000 neue Wohnungen dieses Jahr

Wirtschaftsraum Zürich: 14'000 neue Wohnungen dieses Jahr

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Teaserbild-Quelle: Gabriel Diezi

Es wird gebaut wie verrückt: Im laufenden Jahr sind im Wirtschaftsraum Zürich insgesamt 14 000 Wohnungen aus dem Boden gestampft worden – mehr als es Haushalte gibt. Ausserdem ist gegenüber den letzten Jahren der Anteil an Mietwohnungen gegenüber Eigentumswohnungen markant gestiegen.

Quelle: 
Gabriel Diezi
Überbauung Glattpark im März, Symbolbild

Der Wohnmarktbericht der CSL Immobilien AG sieht bei Neubauten eine Verschiebung in den Mietmarkt. Wie es in einer Mitteilung heisst, ist die Nachfrage auf dem Eigentumsmarkt gesunken. Während von 2004 bis 2011 noch mehr Eigentumswohnungen realisiert worden sind, überwiegen im Neubau seit 2012 Mietwohnungen. Im laufenden Jahr sind im Wirtschaftsraum Zürich 9000 Mietwohnungen und 5000 Eigentumswohnungen fertiggestellt worden. Der Vergleich mit 2004 (2800 Mietwohnungen, 8300 Eigentumswohnungen) zeige, wie stark sich der Markt verändert habe. Mit insgesamt 14 000 neuen Wohnungen sei die Bautätigkeit 2014 jedoch weiterhin hoch und liege über der Zahl der durch internationale und Binnenzuwanderung netto hinzukommenden rund 12 100 Haushalte.

Die Preise sinken

Auch bei den Preisen zeichnet sich offenbar eine Veränderung ab. Das Zürcher Unternehmen spricht von einem Soft Landing auf hohem Niveau. Denn erstmals seit langer Zeit seien sowohl die Kauf- als auch die Mietpreise gesunken. Der Median (mittlerer Preis) des Quadratmeterpreises für Eigentumswohnungen ist heuer um 0,8 Prozent auf 5401 Franken pro Quadratmeter zurückgegangen. Der entsprechende Betrag im Mietmarkt ist um 0,4 auf 248 Franken pro Quadratmeter gesunken. Wie es in der Mitteilung heisst, hat sich diese Entspannung bereits letztes Jahr mit vergleichsweise nur noch leicht steigenden Preisen angekündigt. Als Gründe für die Trendwende werden einerseits die Folgen der auf den Eigentumsmarkt wirkenden behördlichen regulationsmassnahmen und der bankenseitigen Einschränkungen bei der Vergabe von Hypotheken genannt. Andererseits sei sie auf die Ausweitung des Angebots durch eine weiterhin starke Bautätigkeit zurückzuführen. Die leicht von 1,14 Prozent auf 1,29 Prozent angestiegene Leerstandsquote unterstreiche die Entspannung auf hohem Niveau.

Regionale Unterschiede

In neun von 19 Regionen des Wirtschaftsraums Zürich sind die Kaufpreise dieses Jahr weiterhin stark angestiegen; am markantesten in der Stadt mit plus 10,9 Prozent, gefolgt von Schaffhausen mit zehn Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Regionen in der Agglomeration, etwa das Linthgebiet (minus 15,5 Prozent), Winterthur (minus 10,7 Prozent) oder Zug (minus 9,3 Prozent). Auf dem Mietmarkt sind die Preissteigerungen in den acht Regionen moderat ausgefallen; am deutlichsten noch in Einsiedeln mit plus 1,3 Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichnet das Weinland mit minus 2,9 Prozent. (pd/mt)