Wird die Stadt St. Gallen kleiner?

Wird die Stadt St. Gallen kleiner?

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Teaserbild-Quelle: Hansueli Krapf, CC BY-SA 3.0, Wikimedia
Wird die Stadt St. Gallen kleiner?

Wird die Stadt St. Gallen kleiner? Im Jahr 2017 ist die Anzahl Einwohner zum dritten Mal in Folge leicht zurückgegangen, wenn auch nur um lediglich 0,2 Prozent. Warum das so ist und wie die Stadt damit umgeht, hat das St. Galler Tagblatt in der aktuellen Ausgabe Baudirektorin Maria Pappa in einem Interviews gefragt.

Der „marginale Rückgang“ beunruhige den Stadtrat nicht stark, so Pappa. Sie räumt aber ein, dass er nachdenklich stimmt. Man überlege sich, was die Gründe dafür seien. „Wir wissen zu wenig genau, was das für Leute sind und weshalb sie gehen.“  Unabhängig von den aktuellsten Einwohnerzahlen habe man sich in der Direktion Planung und Bau gefragt, welche Strategie bei den Liegenschaften und beim Wohnen die Stadt habe und festgestellt, dass eine langfristige Wohnraumstrategie fehle. Das soll sich ändern.

Damit St. Gallen am Wohnungsmarkt teilhaben kann, braucht es gemäss Pappa fundierte Grundlagen und Zielformulierungen, die mit der Wohnraumstrategie erarbeitet werden. „Der Zeitpunkt dazu ist jetzt genau der richtige.“ Den richtigen Zeitpunkt begründet sie damit, das in der Stadt St.Gallen gegenwärtig verschiedene Entwicklungsprojekte laufen. Dies gilt für das Areal Bahnhof Nord, das Gebiet beim Bahnhof St.Fiden oder das Areal bei der Ruckhalde.  Eine Wohnraumstrategie sei „aktueller denn je“, so Pappa. In diesem Zusammenhang befassten sich auch Architekten und Raumplaner mit dem Thema. Pappa erachtet die Stadt St.Gallen beim innovativen Wohnungsbau als weissen Fleck auf der Landkarte. Dies, weil es etwa keine Mehrgenerationenprojekte in der Stadt gibt und St. Gallen bei den Cluster-Wohnungen vergleichbaren Städten hinterher hinkt.  

Ob das aktuelle Angebot heutigen Anforderungen tatsächlich nicht entspricht wird sich erst noch weisen. Um an entsprechende Informationen zu gelangen, bedarf es gemäss Pappa möglicherweise Befragungen.  „Wir wollen die Daten bis zum Herbst 2018 zusammentragen und danach, im Jahr 2019, auswerten und in einem Konzept verschiedene Handlungsfelder definieren.“  (mai)