Winzige Baumeister erbauten versunkene Stadt vor Zakynthos

Winzige Baumeister erbauten versunkene Stadt vor Zakynthos

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Was Taucher für die Reste einer unbekannten Zivilisation gehalten hatten... (Universität von Athen) 1/2

Überreste von Säulengängen und gepflasterter Grund – das glaubten Taucher vor wenigen Jahren vor der Küste der griechischen Insel Zakynthos entdeckt zu haben. Doch die vermeintlichen Zeugen einer rätselhaften Kultur haben sich nun als das  Werk winziger Baumeister entpuppt.

Mikroben errichteten während des Pilozäns – vor rund fünf Millionen Jahren – die wie Ruinen wirkende Struktur. Dies zeigen Untersuchungen von Archäologen der Universitäten von East Anglia (UK) und von Athen, die dieser Tage publiziert worden sind.

Nachdem die Wissenschafter die „Anlage“ mittels Mikroskop und Röntgenmessgeräten sowie Isotopenanalyse untersucht hatten, kamen sie zum Schluss, dass die seltsam geformten Steine von der Natur geschaffen worden sind. So sind etwa die runden Formen, die wie Säulensockel aussehen, das Resultat von aus dem Boden austretenden Methan. „Im Sediment lebende Mikroben nutzen im Methan enthaltene Karbon als Energiequelle“, erklärt dazu Michael Stamatakis von der Unersität Athen. „Mit der Oxidation durch die Mikroben verändert sich die Zusammensetzung des Sediments und dabei entsteht wiederum eine Art natürlicher Zement.“  Auch für die lineare Ausrichtung der falschen Säulenreste hat Stamatakis eine Erklärung: „Sie ist die Folge einer Verwerfung, die dafür sorgte, dass das Methan austreten konnte.“ (mai)