Winterthurer Stadttheater soll Kongresszentrum weichen

Winterthurer Stadttheater soll Kongresszentrum weichen

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Teaserbild-Quelle: wikimedia.org, Andreas Praefcke, CC

Winterthur muss sparen. Deshalb hat der Stadtrat vorgeschlagen, das Stadttheater abzureissen und stattdessen ein Kongresszentrum mit Hotel zu bauen. Der Theaterverein Winterthur wehrt sich gegen diese Pläne und hat eine Petition eingereicht. Über 4600 Personen haben innerhalb von nur sechs Tagen unterschrieben.

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Stadttheater Winterthur 2009

Sparen muss praktisch jede Gemeinde, jeder Kanton und jede Stadt in der Schweiz. Winterthur macht da keine Ausnahme. Aber die Idee des Stadtrats mutet doch ein bisschen seltsam an: Er findet nämlich, dass man ja das Stadttheater abreissen und stattdessen ein Kongresszentrum mit Hotel bauen könnte. Das hat die Architekturzeitschrift Hochparterre auf ihrer Website berichtet.

Nun ist es aber nicht so, dass das Stadttheater abbruchreif wäre, auch wenn es bereits rund 40 Jahre auf dem Buckel hat und nun Sanierungsarbeiten anstehen. Und es ist auch nicht irgendein Hochhaus. Mit dem damaligen Theater am Stadtgarten schuf Architekt Frank Krayenbühl im Jahr 1979 nämlich eine Perle seiner Zeit. Nicht umsonst steht es auf der Liste der schützenswerten Gebäude.

Petition findet prominente Unterstützung

Das findet der Theaterverein Winterthur offenbar ebenfalls und hat flugs eine Onlinpetition lanciert, um Unterschriften gegen die Spargelüste der Regierung zu sammeln. Mit Erfolg: Wie der Winterthurer Landbote berichtet, haben innerhalb von sechs Tagen nämlich bereits über 4600 Personen unterzeichnet – unter ihnen auch Prominente wie Viktor Giacobbo, Lorenz Keiser, Peter Stamm, Jaqueline Fehr und Ernst Wohlwend. Der Text der Petition ist deutlich: „Wir sind besorgt und empört, dass der Stadtrat unser Stadttheater privaten Investoren für ein Kongresszentrum opfern will und den Abriss ins Auge fasst.“ Man protestiere gegen diese „Wegwerfmentalität“ und setze sich für „diesen besonderen und schützenswerten Bau“ ein.

Sanierung zu teuer

Die kritisierte „Wegwerfmentalität“ sieht laut Landbote folgendermassen aus: Der Stadtrat hat eine Studie in Auftrag gegeben, um die Möglichkeiten eines Neubaus auszuloten. Demnach soll es am alten Standort im Stadtgarten einen neuen Gebäudekomplex mit Kongresshaus und Theater geben. Denn die Sanierung, so hat die Regierung ausgerechnet, würde rund 30 Millionen Franken kosten. Und das könne die Stadt nicht bezahlen. Für das Neubauprojekt hingegen liessen sich private Geldgeber finden, heisst es. (pd/mt)


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