Windturbinen wie Kolibriflügel

Windturbinen wie Kolibriflügel

Gefäss: 

Der Flügelschlag der Kolibris lieferte die Vorlage zu einem neuartigen Windturbinenkonzept, bei dem sich die Rotorblätter nicht drehen, sondern auf und ab bewegen.

Das Video zeigt einen Kolibir in Zeitlupe.

Sie sind wahre Flugkünstler: Kolibris können auf der Stelle fliegen, indem sie bis zu 80 Mal pro Sekunde mit den Flügeln schlagen. Zudem können sie sich auf diese Weise sowohl seit- als auch rückwärts bewegen. Möglich macht dies ihr äusserst bewegliches Schulter- und Ellenbogengelenk. Es sorgt dafür, dass ihre Flügel fast jede Stellung einnehmen können. Überdies zählen die winzigen Vögel in Bezug auf ihre Körpergrösse zu den schnellsten Wirbeltieren der Welt. So pfeilen etwa Annakolibris mit bis zu 98 Stundenkilometern durch die Luft.

Diese Eigenschaften inspirierten den Tunesier Anis Auni zu einer neuartigen Windturbine: Im Gegensatz zu herkömmlichen Turbinen drehen sich ihre zwei Rotorblätter nicht, sondern vollführen in kolibriflügelartige Bewegungen. Sie sind mit 1.6 Metern relativ kurz und bestehen aus einem Kohlefaser-ABC-Verbundstoff. Der kürzlich in Betrieb gegangene Prototyp leistet einen Output von zirka einem Kilowatt Energie. Wie effizient die Turbine aber tatsächlich ist – darüber ist auf der Website von Aunis Unternehmen Tyer Wind noch nichts erfahren. Vielversprechend scheint das Konzept aber allemal. (mai)

Werbevideo Tyer Wind zur Windturbine.