Wieviel „Sonne“ steckt in einer Stadt?

Wieviel „Sonne“ steckt in einer Stadt?

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Teaserbild-Quelle: Mark Heard/flickr
Der Einfallswinkel der Sonne, der Schattenwurf naher Bäume und Gebäude sowie die Neigung bestimmen, ob sich ein Dach für die Installation einer Photovoltaikanlage eignet. Forscher der Universität Göteborg haben ein Programm entwickelt, das mit diesen Faktoren nicht nur das Solarenergiepotenzial einzelner Bauten sondern ganzer Städte ermitteln kann.
 
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Solarpanels statt Ziegel? Das Programm weiss, wo es Sinn macht.
 
Das Programm Solar Energy from Existing Structures (SEES) sammelt, speichert, analysiert und präsentiert geografische Daten von Dächern und berücksichtigt auch Klimadaten mit der Auflösung von bis zu einer Stunde. „Dies ermöglicht, die Sonneneinstrahlung jeder Dachseite während eines gesamten Jahres in Kilowattstunden pro Quadratmeter anzugeben“, erklärt Per Jonsson, der das Projekt begleitet hat. Sofern die nötigen Daten vorhanden sind, lassen sich auf dieselbe Weise sich nicht nur einzelne Dächer, sondern auch ganze Städte evaluieren. Damit Dachwinkel und Schattenwerfer miteinbezogen werden können, sind laut Jonsson aber Laservermessungen per Helikopter nötig. Allerdings wurden in mehreren Städten Messungen ohnehin bereits für andere Zwecke wie etwa 3D-Simulationen vorgenommen. Bei Einzelprojekten oder geplanten Bauten kann das Programm zu diesem Zweck auch mit CAD-Daten gefüttert werden.
 
Ein erstes Ergebnis auf Stadtebene lieferten die Forscher für die Göteborg. „140’000 Häuser wurden auf diese Weise überprüft. Würde man Photovoltaik-Zellen allein auf den dafür am besten geeigneten Dächern installieren, könnte man damit 20 Prozent des heutigen Elektrizitätsbedarfes der Stadt decken“, sagt Jonsson. In südlicher gelegenen Städten sei der mögliche Anteil entsprechend höher.
 
Als wichtigste Aufgabe des Programm sieht der Forscher, die Neugier der Menschen zu wecken. „Zeigt man ihnen, welche Energie in ihrem Hausdach steckt, sind sie eher bereit, das Potenzial auch zu nutzen.“ Das gelte jedoch auch auf einer höheren Ebene, für Politiker, Immobilieneigentümer und auch Stadtplaner. In einer Version, die zumindest einzelne Stadtteile auf die mögliche Sonnenausbeute analysieren kann, soll das SEES-Programm bald zum freien Download angeboten werden. (mai/mgt)