Wienerberger Brick Award 2016: Sonderpreis geht in die Schweiz

Wienerberger Brick Award 2016: Sonderpreis geht in die Schweiz

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Sonderpreis: Clusterhaus in Zürich, Duplex Architekten. (Johannes Marburg) 1/6

Wie innovativ Backsteinarchitektur ist, soll der Brick Award zeigen, den der  österreichische Ziegelproduzent Wienerberger zweijährlich für herausragende Ziegelbauten verleiht. Auch dieses Mal ist ein Projekt aus der Schweiz unter den Gewinnern: das „Cluster-Haus“ der Duplex Architekten aus Zürich erhielt den Sonderpreis.

Für ihr weisses Backsteingebäude auf dem Hunziker-Areal verwendeten die Architekten hochisolierende Ziegelsteine. Das Besondere am Gebäude ist allerdings sein Innenleben: Es umfasst ein knappes Dutzend Wohnungen mit einer Fläche von 320 und 400 Quadratmetern, die wie grosszügige Wohngemeinschaften angelegt sind. So haben die Bewohner etwa keine Küche und nutzen stattdessen die Gemeinschaftsküche. Und sie verzichten zwar auf einen Garagenplatz und können aber auf Car Sharing zurückgreifen.  Für Besuch gibt es Hotelzimmer.  Wienerberger-CEO Heimo Scheuch war von den preisgekrönten Bauten beeindruckt: „Sie zeigen, wie durch massgeschneiderte Architekturkonzepte einzigartige und zukunftsweisende Projekte entstehen.“    

Zurück zu den Wurzeln

Gleich zwei Büros konnten sich heuer über einen Hauptpreis freuen. So wurde das Bürogebäude im vorarlbergischen Lustenau aus der Feder von ETH-Professor Dietmar Eberle sowohl in der der Kategorie „Special Solution“ als auch mit Hauptpreis geehrt: Getreu dem Motto „Zurück zu den Ursprüngen“ baute Eberle eine Gebäude, das ohne Heizung, Belüftung und Klimatechnik auskommt. Dennoch sind die Innenräume das ganze Jahr über zwischen 22 und 26 Grad warm. Möglich machen dies 76 Zentimeter dicke Ziegelwände. Zudem wird die Abwärme von Menschen, Computern und Lampen genutzt. Dieser „revolutionäre Ansatz“ überzeugte die Jury.

Ebenfalls einen Hauptpreis gewann das Wohnhaus nach Entwürfen der spanischen Harquitectes im historischen Stadtkern Granollers in der Nähe Barcelonas, gleichzeitig siegte es auch  in der Kategorie „Urban Infill“.  Das „House 1014“ beeindruckte die Jury mit der Nutzung einer „übriggebliebenen Fläche“, einem sehr langen und mit einer Breite von 6.5 Metern relativ schmalen Grundstück. Es besteht aus einer Abfolge von sich abwechselnden Aussen- und Innenräumen mit Terrassen und Atrien. „Der Einsatz von Ziegel vermittelt sowohl Tradition als auch Moderne“ heisst es dazu in der Medienmitteilung von Wienerberger.

Zuhause bei den Termiten?

Insekten lieferten die Vorlage zum Wohngebäude, das in der Kategorie „Residential Use“ ausgezeichnet wurde: Das Projekt  des vietnamesischen Büros Tropical Space folgte in seinem Grundriss dem Bauplan eines Termitenhügels.  Sämtliche Gänge, Galerien und Räume gruppieren sich um einem zentralen Raum. Für Backsteine als Baumaterial entschieden sich die Architekten wegen des Monsunklimas.

Das Auditorium des belgischen Gesundheitszentrums AZ Groenige  gewann in der Kategorie „Public Use“ für sich. Es setzt einen Kontrapunkt zum traditionell gestalteten Hauptgebäude und wurde so angelegt, dass es beinahe im abschüssigen Gelände zu versinken schient, während raue Ziegel die gerundete Fassade umgeben. Die Ziegel seien vertikal verlegt worden, um „die bandartige Rundung“ des Gebäudes zu betonen, erklärt Architekt Ben Dehullu sein Werk in der Medienmitteilung.

In São Paulo wurde derweil ein vor rund hundert Jahren erbautes Haus vor dem Abbruch gerettet – und erhält nun den Preis in der Kategorie „Re-Use“: Weil es eines der letzten historischen Ziegelbauwerken des Quartiers  war, entschieden sich die Architekten des brasilianischen Büros Super Limão den Bau zu erhalten und dafür Ziegel aus der Gegend wiederzuverwerten.

In der Schweiz ist Wienerberger durch die ZZ Wancor vertreten, die aus den Zürcher Ziegeleien hervorgegangen und vor rund zwanzig Jahren in den international tätigen Konzern integriert worden ist. (mai)