Wien bekommt das höchste Holzhaus der Welt

Wien bekommt das höchste Holzhaus der Welt

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Teaserbild-Quelle: zvg

In Österreichs Hauptstadt ist das weltweit höchste Holzhaus geplant. Das 84 Meter hohe Gebäude namens „HoHo“ soll 24 Etagen beherbergen. Der Baubeginn ist für Anfang nächstes Jahr geplant.

Die Kerbler Holding in Wien Aspern hat drei Bauparzellen gekauft. Auf einer dieser Parzellen im Nordosten der Stadt soll das höchste Holzhaus der Welt zu stehen kommen. Das Projekt „HoHo“ stammt aus der Feder von RLP Rüdiger Lainer+Partner. Das 84 Meter hohe Bauwerk bekommt auf 24 Etagen  Büros und ein Hotel mit angeschlossenen Serviced-Apartments in den obersten Stockwerken, wie Die Welt online schreibt. Als Projektleiterin zeichnet Caroline Palfy verantwortlich. „Wir arbeiten bereits etwa eineinhalb Jahre an dem Bauprojekt“, sagt sie. Derzeit sei es in der behördlichen Einreichphase. Palfy erwartet einen Baubeginn Anfang nächsten Jahres. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2018 vorgesehen. Das Investitionsvolumen des hölzernen Turms beträgt laut Die Welt online inklusive Kaufpreis der Grundstücke rund 65 Millionen Euro.

Laut der gelernten Baumeisterin Palfy gibt es momentan weltweit keinen derart hohen Holzbau, vor allem kein realisiertes, kommerzielles Projekt jenseits von universitären Versuchsanordnungen. Was man gefunden habe, seien vor allem Wohnbauten mit bis zu 49 Metern Höhe und maximal 14 Etagen; sei es in Schweden, Norwegen oder Australien.

Ein Hybridbau

„Beim Wohnbau tut man sich wesentlich leichter“, erklärt die Projektverantwortliche. „Dabei übernehmen zahlreiche kleine Holzboxen die Versteifung. Diese Möglichkeit habe ich beim gewerblichen Bau nicht. Da brauche ich grössere durchgehende Flächen.“ Deshalb wird das „HoHo“ auch nicht komplett aus Holz bestehen. Vielmehr soll es in einer sogenannten Hybridbauweise errichtet werden. Der Kern mit den Aufzügen besteht dabei aus Beton. Darüber hinaus sind pro Stockwerk ein stabilisierender Betonring sowie Betonauflagen auf den Holzdecken geplant. Letztere werden aus Lärmschutzgründen gebraucht, tragen aber nicht.

Insgesamt wird das „HoHo“ wohl zu etwa 75 Prozent aus Holz bestehen. Das betrifft die Säulen aussen, die im Erdgeschoss eine Dimension von 96 mal 36 Zentimetern haben und sich nach oben hin kontinuierlich verjüngen. Die tragenden Decken sowie der gesamte Innenausbau bestehen ebenfalls aus Holz.

Versuche wegen Brandschutz

Die grösste Hürde stellt aber nicht die Statik, sondern der Brandschutz dar. Caroline Palfy ist jedoch zuversichtlich, dass das Projekt die strengen Kriterien erfüllen wird. Sie erklärt: „Erstens sind unsere Stützen deutlich überdimensioniert, damit wir den Bestimmungen entsprechen – sie sollten Feuer mindestens 105 Minuten lang standhalten.“ Zweitens bestünden die Decken aus Massivholz, weshalb es keine gefährlichen Hohlräume gebe, in denen sich ein Brand rasch ausbreiten könnte. Ausserdem sind ein dichtes Netz von Wassersprinklern sowie vergleichsweise kleine einzelne Brandabschnitte geplant.

Doch so einfach lassen sich die Wiener Brandbehörden nicht überzeugen, weshalb noch spezielle Brandversuche durchgeführt werden sollen. „Es geht vor allem um die Knotenpunkte und Übergänge zwischen Decken und Säulen“, erklärt Palfy. Das könne man nicht berechnen, dazu brauche es diese Versuche. In einem Labor oder in einer Halle wird man darum Teile eines Geschosses zusammenbauen und anzünden. Dass diese Tests das Projekt gefährdet, erwartet die Projektverantwortliche nicht. „Aber eventuell bekommen wir noch zusätzliche Auflagen vorgeschrieben.“ (pd/mt)