Wiederbelebung des Zürcher Kongresshaus-Projektes?

Wiederbelebung des Zürcher Kongresshaus-Projektes?

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Teaserbild-Quelle: PD

Nachdem Zürich die Pläne für ein neues Kongresshaus am See letztes Jahr begraben hatte, scheint es, dass das Projekt wieder belebt wird. Kürzlich wurde eine IG gegründet, die sich für einen Neubau stark machen will. Präsident ist der ehemalige Stapi Elmar Ledergerber. Dies berichtete der Tages-Anzeiger.

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PD
Eröffnet wurde das Zürcher Kongresshaus im 1939, links im Bild.

Im Sommer letzten Jahres hatte der Zürcher Stadtrat den langwierigen Diskussionen um den Neubau des Zürcher Kongresshauses ein Ende gesetzt: Er verzichtete auf das Projekt aus der Feder des spanischen Stararchitekten Rafael Moneo und entschied sich stattdessen dafür, es für 140 Millionen Franken zu sanieren und umzubauen. Der Grund: Das markante Gebäude, das anstelle des Baus aus der Landizeit am General-Guisan-Quai hätte zu stehen kommen sollen, polarisierte. Heimatschutz und Co. passte es nicht, sie wehrten sich dagegen. Und das Stimmvolk hatte dem Projekt eine Abfuhr erteilt.  In der Folge entspann sich ein jahrelanges Hin-und-Her um einen anderen Standort. Unter anderem waren die Kasernenwiese und ein Grundstück in Hauptbahnhofsnähe zur Debatte gestanden. Aber auch diese Diskussionen versandeten schliesslich.

Aber nun könnte sich das Blatt wenden und Zürich trotzdem noch zu einem neuen Kongresshaus kommen. Dies geht aus einem Bericht der aktuellen Ausgabe des Tages-Anzeigers hervor: Eine kürzlich gegründete Interessensgemeinschaft will dafür sorgen, dass die Limmatstadt doch noch zu einem 2500- bis 3000-plätzigen Zentrum kommt, finanziert werden soll es privat. Präsident der IG ist der ehemalige Stapi Elmar Ledergerber, der heute als Präsident von Zürich Tourismus amtet. An der IG beteiligen sich laut Tages-Anzeiger neben Zürich Tourismus der Zürcher Hotelierverband, die ETH, die Universität, die Fifa, die Handelskammer, der Bankenverband, die Handelskammer, der Hauseigentümerverband und die City-Vereinigung. Zürich sei heute keine Kongressstadt und werde es auch mit einem umgebauten Kongresshaus nicht werden, erklärt Jörg Arnold, Präsident des Zürcher Hotelierverbandes, gegenüber der Zeitung. Ein neues Zentrum für grössere Kongresse könnte dies seiner Meinung nach ändern. Dies habe eine Studie ergeben, die Zürich Tourismus in Auftrag gegeben habe. Mit ihren Plänen will die IG allerdings die Pläne der Stadt nicht untergraben. Es habe in Zürich Platz für zwei Häuser.

Einen Standort hat die IG für das prestigeträchtige Projekt auch schon im Auge: den Carparkplatz hinter den Hauptbahnhof. Für den Stadtrat war er allerdings keine Option gewesen. Grund waren mittlerweile Pläne für einen Stadttunnel, die dem Kongresshaus in die Quere gekommen wären. Bei der Stadt sieht man die Sache offenbar entspannt. Wenn Private die Situation anders einschätzten als die Stadt und Lösungen hätten, stehe man ihnen selbstverständlich nicht im Weg, erklärte Urs Spinner vom Hochbaudepartement gegenüber der Zeitung. (mai)