Wie gehts eigentlich Andermatt?

Wie gehts eigentlich Andermatt?

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Ein Anleiheprospekt zeigt, dass es Samih Sawiris‘ Entwicklungsprojekt für Andermatt UR wohl nicht so rosig geht. Die Betreibergesellschaft Andermatt Swiss Alps AG hat seit 2013 nur Verluste erlitten. Sawiris ist trotzdem optimistisch.

Oligarch Samih Sawiris hat mit seinem ambitionierten Projekt für das urnerische Andermatt seit zwei Jahren nur Verluste gemacht. Das gehe aus Unterlagen zu einer Anleiheemission der Andermatt Swiss Alps AG (ASA) hervor, die der Nachrichtenagentur SDA vorlägen, schreibt der Tages-Anzeiger. Der Fehlbetrag im ersten Halbjahr des laufenden Jahres belief sich demnach auf rund sieben Millionen Franken. Im Geschäftsjahr 2014 lag der Verlust bei 13 Millionen Franken, 2013 bei fast 30 Millionen.

Auch die Bilanz soll nicht gerade rosig aussehen. Die grössten Aktivposten zum Halbjahr 2015 sind nämlich die im Bau befindlichen Arbeiten sowie das Inventar des Skiresorts. Der Betrag belaufe sich auf rund 240 Millionen Franken und damit auf 50 Prozent der Bilanzsumme, heisst es. Hinzu kämen Ausgaben des Entwicklungsprojekts in der Höhe von 54 Millionen Franken, die ebenfalls aktiviert worden seien.

In einem separaten Absatz machen die Wirtschaftsprüfer laut Tages-Anzeiger auf den Umstand aufmerksam, dass sie signifikante Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss des Andermatt-Projekts haben.  Deshalb werde auch grundsätzlich die langfristige Fortführung des Unternehmens in Frage gestellt.

Es braucht Zeit

Für ASA-Firmenchef Franz-Xaver Simmen sind diese Ergebnisse nicht überraschend. Andermatt sei schliesslich ein Entwicklungsprojekt, und dies produziere anfänglich eben Verluste, lässt er sich zitieren. Alles brauche seine Zeit. Ausserdem müssten Wirtschaftsprüfer alle Risiken benennen, und in der Aufbauphase des Projekts gebe es klar noch viele Fragezeichen.

Samih Sawiris selbst ist ebenfalls optimistisch, was die Zukunft von Andermatt betrifft. In einem Interview mit der Sonntags-Zeitung sagt er, dass er zufrieden mit dem jetzigen Stand des Projekts ist. „Wenn wir jetzt noch die Fördergelder für den Ausbau des Skigebiets erhalten, werden unsere Gäste ein hervorragendes Angebot haben.“ In den nächsten Jahren müsse er „nicht mehr so viel“ in Andermatt investieren. „Wenn das zweite Hotel, einige Apartmenthäuser und das Skigebiet fertiggestellt sind, haben wir die kritische Grösse erreicht.“ Ab dann werde nur noch gebaut, wenn Nachfrage bestünde. „Ich hoffe, dass ich in zwei oder drei Jahren gar von Dividenden profitieren kann.“ (mt/pd)

Hier finden Sie detaillierte Infos zum Projekt