Widerstand gegen Bautätigkeit im Berner Mittelland eindämmen

Widerstand gegen Bautätigkeit im Berner Mittelland eindämmen

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In der Region Bern-Mittelland gibt es zu wenig Wohnraum. Dieser Ansicht sind zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Darum will nun die Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) mit einer Kampagne den Widerstand in der Bevölkerung gegen Wachstum und Bautätigkeit bekämpfen.
 
Die Kampagne „Boden gutmachen“ startete heute Freitag mit 95 Luftballons, die bei einer Stadtberner Wohnsiedlung in den Himmel schwebten. Jeder Ballon symbolisierte eine der 95 Gemeinden der Regionalkonferenz. „Unsere Region muss punkto Wachstum Boden gut machen“, erklärte Beat Giauque, Präsident der Regionalversammlung RKBM und Ittiger Gemeindepräsident. Allerdings sei Wachstum für viele ein Reizwort. Am deutlichsten zeige sich die Skepis gegenüber dem Wachstum im Widerstand des Stimmvolks gegen Baulandeinzonungen. Mit der Kampagne wolle die Politik nun ein Zeichen setzen und auf die Bevölkerung zugehen, sagte Giauque. „Es soll aber nicht einfach überall gebaut werden, sondern am richtigen Ort und mit Qualität", fügte Giauque an. Die Regionalkonferenz will die Entwicklung primär an die gut erschlossenen Lagen in der Kernagglomeration und in den Regionalzentren lenken.

Wenig Wachstum, viel Pendler

Dass die Region Bern-Mittelland diesbezüglich vor sich hin dümpelt zeigen die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung: Während das Wachstum von 2000 bis 2010 in der Gesamtschweiz 9 Prozent betrug, belief sich der Wert für die Region Bern- Mittelland auf 3 Prozent. Weitere Untersuchungen zeigen, dass in der Region das Wachstum der Arbeitsplätze grösser ist als jenes der Bevölkerung. Daraus schliessen die Experten, dass besonders viele Menschen zwar in der Region Bern arbeiten, aber zum Beispiel im Kanton Freiburg leben. Dies bedeute für die Region Bern Belastungen durch den Pendelverkehr und weniger Steuereinnahmen, sagte Christian Zahler, Präsident der Kommission Raumplanung RKBM. Er sei überzeugt, dass die Nachfrage nach Wohnraum vorhanden sei. Aber die Gemeinden hätten Mühe, Einzonungen durchzubringen. (sda/mai)