Wettsteins Welt

Wettsteins Welt

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Teaserbild-Quelle: zvg
Hannes Wettstein gehört zu den innovativsten Schweizer Designern, der neben Möbeln, Geräten und Fahrzeugen auch Raumkonzepte entwickelte. Drei Jahre nach seinem Tod gaben nun seine Nachfolger ein Buch über sein Schaffen heraus: „Seeking Archetypes“.
 
Die Niedervolt-Seilsysteme waren in den 80er-Jahren der absolute Hit. Alle, die einigermassen up-to-date sein wollten, hatten ein solches Lichtsystem zu Hause. Wer es entwickelt hatte, wusste indessen fast niemand. Es war Hannes Wettstein, der das neuartige Beleuchtungssystem „Metro“ für den Schweizer Hersteller Belux entworfen hatte.
 
Zahlreiche Einrichtungsgegenstände und Objekte tragen die Handschrift des vielseitigen Gestalters. Zum Beispiel die schön-schlichten Stühle von Horgenglarus, die grafisch geprägten Kunststoffstühle „Tototo“ (eine Neuinterpretation des hässlichen Monoblock-Gartenstuhls) oder die Uhren mit der technisch-sinnlichen Ausstrahlung für das Schweizer Label Ventura. Seine hierzulande wohl bekannteste Arbeit ist das neue Set-Design für das Schweizer Fernsehen, das er 2006 entwickelte. Auf das Tagesschau-Studio folgten weitere Senderäume sowie die Meteo-Dachstation.
 
Hannes Wettstein war ein Meister des Erforschens und des Hinterfragens, und er versuchte das innerste Wesen der Dinge, die ihn umgaben, zu ergründen. 2008 starb der 50-Jährige nach einer mehrjähriger Krankheit. Er lebt jedoch weiter in seinen Produkten und im Studio Hannes Wettstein, das von drei engen Wegbegleitern und langjährigen Mitarbeitern weitergeführt wird, zusammen mit weiteren 10 Angestellten. Sie haben das Gedankengut ihres ehemaligen Lehrmeisters verinnerlicht und gehen damit ihren eigenen Weg. Sie waren auch die Triebfeder für die erste Monografie über Hannes Wettstein: „Seeking Archetypes“. Das Buch zeigt Bilder aus Wettsteins Welt; Arbeiten, Skizzen und persönliche Gegenstände und Zitate des Gestalters, Anekdoten aus seinem Leben sowie Statements von Persönlichkeiten aus der Design- und Architekturszene. Das Buch ist aber nicht nur eine Werkübersicht, es ist auch eine Liebesgeschichte: das Porträt eines aussergewöhnlichen Gestalters auf seinem leidenschaftlichen Suche nach Archetypen.
 
Hannes Wettstein Seeking Archetypes
Herausgeber: Studio Hannes Wettstein
292 Seiten mit ca. 600 Abbildungen, farbig
Verlag: Lars Müller Publishers, 2011