Wessen Bier ist das Ziegelhofareal?

Wessen Bier ist das Ziegelhofareal?

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Die geplante Überbauung auf dem Liestaler Ziegelhofareal sorgt für Diskussionen: Der Stadtrat hat den Vorprüfungsbericht und eine Studie zum Projekt bis heute nicht herausgerückt. Möglicherweise mit gutem Grund, wie ein Bericht in der aktuellen Basler Zeitung zeigt. Ihr liegen die Papiere vor: Sie liefern den Kritikern des Bauvorhabens Munition.
 
Auf dem Areal der ehemaligen Ziegelhofbrauerei soll eine Überbauung mit Wohnungen und einem Einkaufszentrum entstehen. Das passt nicht allen: Vor allem Anwohner fürchten um den Verlust des Ortsbilds. Zumal die Liestaler Altstadt im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgelistet ist und damit nach Meinung der Ziegelhofprojekt-Kritiker auch was ihre Umgebung betrifft besonderen Schutzes bedarf. Eine entsprechende Studie des Netzwerks Altstadt und der kantonale Vorprüfungsbericht zum Projekt könnte Wasser auf die Mühle der Skeptiker giessen. Doch die Papiere werden laut einem Bericht des Newsnetzes oder vielmehr der Basler-Zeitung (BaZ) bis heute vom Liestaler Stadtrat unter Verschluss gehalten. Der Grund: Es handle sich um ein „harmloses internes Arbeitspapier“, zitiert die Zeitung Stadtpräsidentin Regula Gysin und Ruedi Riesen.
 
Dem ist aber offenbar nicht so. Die Dokumente bergen Zündstoff, wie in der der heutigen Ausgabe der BaZ lesen ist. Ihr liegen die Papiere mittlerweile vor: Zwar bescheinigten auch die Autoren der Altstadtstudie diesem Gebiet „erhebliches Potenzial für ein neues Shoppingparadies am Altstadtrand“. Aber sie empfählen der Stadt, die historischen Brauereistrukturen gründlich zu überdenken, heisst es. Eine geringere Bauhöhe soll die Altstadtsilhouette wieder herstellen und mit weniger massiven Baukörpern sollen die Massstäbe der historischen Gebäude eingehalten werden. Auch die kantonale Bau- und Umweltdirektion rät in ihrem Vorbericht, die Bauhöhe zu überdenken und die Baumassenverteilung im gesamten Planungsgebiet zu prüfen.
 
Wie es mit dem Projekt weiter geht, wird sich im März zeigen. Dann entscheidet vorsaussichtlich der Einwohnerrat über die Baupläne. Dass damit noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, zeichnet sich ab: Gut möglich, dass die Anwohner das Referendum ergreifen. (mai)
 
 
Den ausführlichen Artikel der BaZ finden Sie hier: bazonline.ch