Wenn Windturbinen der Flugsicherung in die Quere kommen

Wenn Windturbinen der Flugsicherung in die Quere kommen

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Teaserbild-Quelle: Charles D P Miller, flickr, CC
Windturbinen können der Flugsicherung in die Quere kommen. Deshalb wollen die Flugsicherung Skyguide, dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Enerige und Verkehr (Uvek) sowie der Kanton Waadt mit einer Studie klären, wie sich die Gewinnung von Windenergie und die Überwachung des Luftraumes vereinbaren lassen.
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Können zum Störfaktor für die Flugsicherung werden: Windturbinen.

Die Flugsicherung kann durch die Rotoren von Windturbinen beeinträchtigt werden: Sie können wegen ihrer elektromagnetischen Auswirkungen auf Radarbildern als Flugkörper erscheinen. Deshalb muss, wer in der Nähe von Flugsicherungsanlagen oder Flughäfen Windturbinen aufstellen will, ein Gutachten der Flugsicherung Skyguide einholen.

Dieses Gutachten ist bisher bei rund einem Fünftel solcher Fälle laut Skyguide-Sprecher Roger Gaberell negativ ausgefallen. Er bestätigte damit einen Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom Freitag. Negativ seien vor allem Gutachten für die Jura-Gebiete in der Nähe des Flughafens Genf. Lasse sich keine technische Massnahme finden, um das Problem zu beheben, könne es sein, dass eine Windturbinenanlage nicht gebaut werden könne, sagte Gaberell. Wie oft Bedürfnisse der Flugsicherung bisher Projekte verunmöglicht haben, konnte er nicht sagen.

Eine Möglichkeit, Störungen bei der Flugsicherung zu verhindern, ist laut Gaberell, auf den Radarbildern die von Windturbinen beeinflussten Zonen auszublenden. Allerdings ist dies nicht immer sinnvoll: „Weil damit Löcher in der Überwachung entstehen, sind aber die Möglichkeiten für solche Massnahmen begrenzt.“

Wie Gaberell erklärt, geht Skyguide davon aus, dass dank der Erfahrungen mit der steigenden Zahl von Windrädern in besiedelten Gebieten und dank der technologischen Fortschritte künftig mehr Baugesuche für Windturbinen positiv beurteilt werden können.

Studie zu technologischen Möglichkeiten

Eine Studie, die Skyguide zusammen mit Uvek und dem Kanton Waadt erstellt, soll Aufschluss darüber geben, mit welchen technologischen Möglichkeiten, diese Art der Störungen vermieden werden kann. Die Kosten werden vom Bund und vom Kanton Waadt getragen.

Dass Bauten in der Nähe von Flughäfen und Anlagen für die Flugsicherung hinsichtlich der Störungen von Radar und Funk beurteilt werden müssen, ist nicht neu. Ein solches Gutachten musste etwa auch für die Genfer Palexpo-Hallen eingeholt werden. (mai/sda)