Wenn Schiffbauer von Utopia träumen

Wenn Schiffbauer von Utopia träumen

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Teaserbild-Quelle: zvg
Ein Zuhause für „Mikronationen“ – das soll die fahrbare Insel „Utopia“ sein. Entworfen hat die extravagante Hightechinsel das britische Designunternehmen Yacht Island Design.
 
 
Im Vergleich zu heutigen Kreuzfahrtschiffen ist die im April 1912 versunkene Titanic so etwas wie eine Nussschale. Längst ist sie an Grösse von anderen Schiffen überboten worden. Und auch in Zukunft ist kein Ende des Wettbewerbs um die längste, die extravaganteste und luxuriöseste Yacht abzusehen. Eine der Firmen hier mitmischt, ist das britische Designunternehmen Yacht Island Design: Es bietet karibische Inseln samt Palmen fürs offene Meer an, ein schwimmendes Mini-Monaco (siehe Bilderstrecke) und eine märchenhafte Luxusdschunke in Form eines Riesendrachens. Doch das ist nicht alles. Mit ihrem neuesten Wurf wollen die Schiffsbauer Alternativen zur traditionellen Seefahrt aufzeigen und zwar mit der fahrbaren Insel „Utopia“. „Die ‚Utopia’ ist kein Reise-Objekt, sondern ein Ort um zu leben“, heisst es dazu in der Dokumentation von Yacht Island Design.
 
Was ihre Masse –100 Meter Länge und 100 Meter Breite – betrifft, ist die Hightech-Insel traditionellen Luxuslinern zwar unterlegen. Aber dies kompensiert sie durch elf Decks, die laut ihren Schöpfern „genug Raum für eine ganze Mikronation“ bieten. Wer hier lebt, hat vom obersten Deck auf 65 Metern Seehöhe Panoramasicht. Auf dem künstlichen Eiland soll zudem genug Platz für Einkaufs-, Kulinarik- oder Wohnbezirke sein. Zudem erlauben ausklappbare „Strände“ an den Füssen der Utopia einen direkten Zugang zum Meer. – Ob das Konzept jemals realisiert wird, hängt von Enthusiasmus und Risikofreude potenzieller Geldgeber ab. (mai/mgt)
 

Leben auf dem Wasser von Nord bis Süd

Yacht Island Design ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das nach neuen Lebenskonzepten auf den Meeren sucht. So will etwa das Seasteading Institute autonome Kommunen auf dieselbetriebenen Plattformen gründen und mit neuen Formen von sozialen und politischen Systemen experimentieren. Derweil hat der belgische Architekt Vincent Callebaut ebenfalls maritime Zukunftsvisionen: Mit „Lilypad“ hat er sich eine futuristisch anmutende, schwimmende Ökostadt für 50'000 Bewohner ausgedacht. Während Callebauts Projekt erst auf dem Papier existiert, ist die Idee vom Leben auf dem Wasser beim holländischen Büro Waterstudio längst Realität. Die Designer konzipierten etwa Privatinselchen in den Malediven für zahlungskräftige Bewohner oder einen schwimmenden Apartmentkomplex für Amsterdam – dies sind allerdings nur zwei von zahlreichen „wässerigen“ Projekten. (mai)
 
Weiterführende Linktipps:
Vincent Callebauts „Lilypad“: http://vincent.callebaut.org
Waterstudio: http://waterstudio.nl