Wenn 20 Tonnen Beton ins Netz gehen

Wenn 20 Tonnen Beton ins Netz gehen

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Teaserbild-Quelle: Gottardo Pestalozzi/WSL
Im Steinbruch oberhalb von Walenstadt donnerte gestern ein 20 Tonnen schwerer Betonbrocken in die Tiefe – und wurde mit einem Steinschlag-Schutznetz aufgefangen. Damit stellte die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zusammen mit der Geobrugg AG einen Weltrekord auf.
 
 
Mit einer Geschwindigkeit von 103 Stunden­kilometern raste der künstliche Felsen aus einer Höhe von 42 Metern in ein neu entwickeltes, ­flexibel installiertes Hochleistungsschutznetz. Der Rekord wurde anlässlich eines Tests aufgestellt: Die Firma Geobrugg AG überprüfte ihr neu entwickeltes Hochleistungsschutznetz, und die WSL testete ihre Messausrüstung, etwa Erhebungsgeräte für Kraftmessungen an Seilen und Hochgeschwindigkeitskameras, die bis zu 250 Bilder pro Sekunde schiessen. Die Aufprallenergie des Zwanzig­tönners lag bei 8000 Kilojoule. ­Damit wurde die bisherige Leistungsgrenze für flexible Hochleistungs-Steinschlag-Barrieren von 5000 Kilojoule um 60 Prozent übertroffen. Der Rekord fand in der Testanlage bei Walenstadt statt, die von der Forschungsanstalt WSL und der Geobrugg AG Geohazard Solutions betrieben wird.
 
Die dort getesteten Netze sind bei gleicher ­Leistung weniger schwer als fest installierte Bauwerke, wie etwa massive Stahlbetonbauten. Weil sie sich einfacher montieren lassen, sind sie auch kostengünstiger. Bei der überprüften Steinschlag-Barriere handelte es sich um einen Schutz, der aus zusammenhängenden Drahtringnetzen besteht, die im Hang mit Hilfe von Stahlseilen und -stützen aufgespannt werden. In die Seile integrierte, speziell entwickelte Bremselemente «vernichten» die Einschlagenergie dank plastischer Verformung. (mai/mgt)