Weniger Verkehr in Sins und weniger Stau bei Lenzburg

Weniger Verkehr in Sins und weniger Stau bei Lenzburg

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Gleich über zwei grosse Strassenbauprojekte muss der Grosse Rat im Kanton Aargau entscheiden: Die Gemeinde Sins soll eine Umfahrung für 88,4 Millionen Franken erhalten und der Verkehrsknoten rund um den Zubringer der A1 in Lenzburg soll für 75,3 Millionen entflochten werden.
Das Dorfzentrum von Sins und die Zufahrtsachsen sind vom Verkehr stark belastet, wie es in der Botschaft des Regierungsrates heisst. Pro Tag werden rund 18'000 Fahrzeuge gezählt. Der Durchgangsverkehr hat einen Anteil von über 60 Prozent. Die Grenzwerte der Lärmschutz-Verordnung (LSV) werden entlang der Ortsdurchfahrt überschritten. Auch die Schadstoffbelastung liegt nahe und gelegentlich über den Immissionsgrenzwerten.
 
Darum soll die Gemeinde Sins im aargauischen Freiamt vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Für die geplante Südwestumfahrung will der Kanton auch einen 912 Meter langen Tunnel bauen. Zum Projekt gehören ausserdem die 67 Meter lange Bachtalbrücke und zwei Kreisel.
 
Die Umfahrung wird bereits seit 1980 wird im Aargau diskutiert. Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen 88,4 Millionen Franken. Davon übernimmt die Gemeinde Sins 9,8 Millionen Franken. Der Grosse Rat wird über den Kantonsanteil von 78,6 Millionen Franken zu entscheiden haben.

Knoten entflechten bei Lenzburg

Der A1-Zubringer zwischen A1 und Knoten Neuhof ist mit 27'000 Fahrzeugen pro Tag stark belastet, wie es in der am Freitag veröffentlichten Botschaft des Regierungsrates heisst. Für das Jahr 2025 wird mit 35'000 Fahrzeugen pro Tag gerechnet. Auch die Knoten rund um den A1-Zubringer stossen an ihre Leistungsgrenze. Richtung Bünztal liegt die Belastung bei 22'000 Fahrzeugen pro Tag. Die Prognose für das Jahr 2025 beträgt 26'000 Fahrzeuge. Darum will der Kanton Aargau dort die Situation entschärfen und den Verkehrknoten rund um den Zubringer der Autobahn A1 in Lenzburg entflechten. Der Ausbau soll die Leistungsfähigkeit des bestehenden Autobahnanschlusses für den Raum Lenzburg und das Bünztal langfristig sichergestellt und die Verkehrssicherheit erhöht werden.
 
Das Projekt umfasst den Ausbau der Knoten Lindfeld und Neuhof. Der Ausbau des Knotens Lindfeld wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt. Das Vorhaben müsse unter Berücksichtigung der Anliegen der Archäologie überprüft und mit dem Bundesamt für Strassen abgestimmt werden, hält der Regierungsrat fest. Kernstück des Projekts Neuhof ist ein 355 Meter langer Tunnel mit einem kreuzungsfreien Direktanschluss des Bünztals an die Autobahn A1. Damit will der Kanton die Sicherheit und Kapazität der Anlagen in diesem zentralen Verkehrsknoten an der Stadtperipherie Lenzburg und dem Industriegebiet Horner verbessern. Die Kosten für das Projekt Neuhof betragen insgesamt 75,3 Millionen Franken. Die Stadt Lenzburg übernimmt 2,8 Millionen Franken, der Kanton bezahlt 72,5 Millionen Franken. Der Grosse Rat wird über die Bewilligung des Millionenkredits entscheiden.
 
In der Vernehmlassung ist das Projekt auf breite Zustimmung gestossen. Einzig der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) lehnt das Vorhaben ab, weil es noch mehr Verkehr erzeuge. (mai/sda)