Weniger Umweltschutz für den Wald

Weniger Umweltschutz für den Wald

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Die Holzwirtschaft fordert bessere politische Rahmenbedingungen für die Nutzung des Waldes. Heute gebe es zu viele Schutzbestimmungen, heisst es bei der neu gegründeten Task Force Wald+Holz+Energie.
 
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Fichten in Island. Laut Holzindustrie Schweiz mangelt es in der Schweiz an diesen Bäumen.
 
Die politischen Vorgaben würden immer mehr in Richtung Biodiversität gehen, sagte Nationalrat und Präsident des Verbandes Holzindustrie Schweiz, Jean- François Rime gegenüber der Nachrichtenagentur sda. In keinem anderen Land würden Laubwald und Waldreservate so stark gefördert wie in der Schweiz. Infolge der „verzerrten politischen Rahmenbegingungen“ besteht laut Rime ein Mangel an Nadelhölzern. Vor allem bei der Fichte sei das Angebot auf ein sehr tiefes Niveau gesunken. Die bewirtschafteten Waldflächen würden immer kleiner. „Das bereitet uns Sorgen“, so Rime.
 
In der Task Force Wald+Holz+Energie haben sich verschiedene Verbände und Unternehmen aus der Holz- und Energiebranche zusammengeschlossen. Hauptzweck der Task Force ist vor allem die Öffentlichkeit für die Holzwirtschaft und ihre Bedürfnisse zu sensibilisieren. Über politische Vorstösse im Parlament soll zudem Druck gemacht werden.

Entscheide zugunsten der Holzwirtschaft

Zumindest teilweise dürfte die Task Force in dieselbe Kerbe schlagen wie der Ständerat: Dieser hatte bereits Mitte Juni beschlossen, die strengen Rodungsvorschriften zu lockern. Damit soll in Gebieten, in denen der Wald wächst, ohne Wiederaufforstung und ökologische Massnahmen gerodet werden können. Der Nationalrat hat sich dazu noch nicht geäussert. Der Bundesrat wiederum möchte mit seiner Waldpolitik 2020 den Klimawandel mindern. Als nachwachsender Rohstoff soll Holz vermehrt zum Bauen und Heizen verwendet werden. Zudem will das Bundesamts für Umwelt mit einer besonderen Werbekampagne bei der Bevölkerung Verständnis für den Holzschlag wecken.
 
31 Prozent der Fläche der Schweiz sind bewaldet. Gut möglich, dass sich dieser Prozentsatz noch ansteigt, denn der Wald breitet sich aus. Während er im Alpenraum in den vergangenen 15 Jahren um eine Fläche von der Grösse des Kantons Schaffhausens, blieb er im Mittelland konstant. (mai/sda)