Weniger Gütertransporte über die Alpen

Weniger Gütertransporte über die Alpen

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Im ersten Halbjahr 2017 wurden 20,5 Millionen Tonnen über die Alpen transportiert, 1,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2016. Diese Entwicklung wird sich im zweiten Halbjahr 2017 fortsetzen. Gründe für den Rückgang sind Bautätigkeiten im In- und Ausland sowie der Unterbruch der Rheintalbahn bei Rastatt.

Der Bericht zum alpenquerenden Güterverkehr des Bundesamts für Verkehr (BAV) zeigt, dass in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres weniger Güter über die Schweizer Alpen transportiert wurden. Anders als in den Vorjahren sei es den Anbietern im Schienengüterverkehr nicht gelungen, ihren Marktanteil auszubauen, heisst es in der Mitteilung dazu. Viele Bautätigkeiten in der Schweiz und auf den Zufahrtsstrecken im Ausland – insbesondere die Erstellung des 4-Meter-Korridors – hätten gemeinsam mit einer hohen Auslastung der vorhandenen Infrastruktur zu Einschränkungen und Kapazitätsengpässen geführt. Das gilt vor allem für die Gotthard-Achse. Der Bahnanteil am gesamten alpenquerenden Güterverkehr ging auf 70,9 Prozent zurück, das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als im ersten Semester 2016. Besonders deutlich ist der Rückgang im Wagenladungsverkehr (minus 18,7 Prozent). Zulegen konnte hingegen der unbegleitete Verkehr durch die Alpen (plus 6,7 Prozent).

Negative Entwicklung im zweiten Halbjahr

Für das zweite Halbjahr erwartet das BAV ebenfalls eine negative Entwicklung. Sie wird durch Bauarbeiten auf der Luino-Linie beeinflusst, die dem Ausbau der Nord-Süd-Achse dienen. Diese Arbeiten gehen mit einer halbjährlichen Totalsperre einher, die Mitte Juni begonnen hat. Dies und der Unterbruch der Rheintalbahn führen laut Mitteilung dazu, dass der alpenquerende Schienengüterverkehr im zweiten Halbjahr 2017 die Werte des Vorjahres nicht erreichen wird.

Strasse: Tiefster Stand seit 1999

Strassenseitig ging der Güterverkehr in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ebenfalls zurück. Die Anzahl Fahrten mit schweren Güterfahrzeugen sank auf 489'000 oder um 1,5 Prozent und hat den tiefsten Halbjahreswert seit 1999 erreicht. Damals trat das Verkehrsverlagerungsgesetz in Kraft. (pd/mt)