Weniger Dynamik bei Bauinvestitionen

Weniger Dynamik bei Bauinvestitionen

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Bei den Bauinvestitionen stellen die Experten des Immobilienberatungsunternehmens Fahrländer Partner in ihrer aktuellen Metaanalyse zur Konjunktur eine „leicht abnehmende Dynamik auf hohem Niveau“ gegenüber dem ersten Vierteljahr fest. Zudem kommen sie zum Schluss, dass die noch immer relativ hohe Zuwanderung weiterhin für eine hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien sorgen wird.
 
Der Aufwärtstrend der Schweizer Konjunktur hat sich leicht akzentuiert. Alle massgeblichen Institute liegen für das BIP-Wachtsum etwa auf gleicher Linie: SECO mit +1,4%, KOF mit 1,4%, Créa mit 1,8%, CS mit 1,5%, UBS mit 0,9% und BAK mit 1,4%. Der Mittelwert der Prognosen für 2013 beträgt 1,4% - für 2014 sogar 1,9%. Auch die Arbeitslosenquote, mit einem Mittelwert aller Prognosen von 3,2% für 2013 zeigt ein stabiles Bild.
 
Die neueste Metaanalyse Konjunktur August 2013 von Fahrländer Partner stützt ihre Erkenntnisse auf alle wichtigen Indikatoren und Prognose-Institute. Sie signalisieren für 2013 wie schon im April weiterhin einen positiven Konjunkturverlauf. Für 2014 wird sogar noch mehr Dynamik erwartet - allerdings belastet mit vielen Unbekannten im europäischen Umfeld. So könnten die von manchen Experten nach den deutschen Wahlen erwarteten und andiskutierten Schuldenschnitte, vor allem für Griechenland, auf die sich zaghaft andeutende konjunkturelle Belebung im Euroraum drücken.

Bauinvestitionen 2013 mit etwas weniger Dynamik

Mit einem von Plus 1,5% als Durchschnittswert aller Prognosen deutet sich eine leicht abnehmende Dynamik auf hohem Niveau gegenüber dem ersten Vierteljahr (+1,7%) an. Für 2014 werden noch +1,1% angegeben. Das auch infolge der Zuwanderung relativ hohe Bevölkerungswachstum dürfte weiterhin für eine hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien sorgen. Von Bedeutung vor allem für den Bereich Geschäftsbauten sind die Prognosen für Ausrüstungsinvestitionen. Diese zeigen ein Bild der Stagnation oder Zurückhaltung mit einem Mittelwert aller Prognosen von –0,5%.

Inland-Konsum als Stütze

Die Erwartungen für den Privatkonsum wurden im Vergleich zum April von +1,6% auf +2% hochgestuft für 2013 und auf +1,7% für das nächste Jahr. Bescheidener sind die Erwartungen für den öffentlichen Konsum mit Mittelwerten für 2013 und 2014 von je +1%. Auch hier gibt es einige Unbekannte, haben doch verschiedene Kantone und Gemeinden Sparprogramme aufgelegt, die sich auch auf die Bauwirtschaft auswirken können.

Immobilien-Preise mit differenzierter Entwicklung

Wie aus der Metaanalyse Immobilien von Fahrländer Partner hervorgeht, haben die Preise für Wohneigentum seit Jahresbeginn auch im zweiten Quartal moderat angezogen, gemäss FPRE-Transaktionspreisindizes um +1,3% im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres. Die Preise nur für Einfamilienhäuser haben dagegen mit +0,1% praktisch stagniert, im Luxussegment mit –1,9% waren sie sogar rückläufig. Und gemäss dem SWX IAZI Preisindex für Immobilien sind die Preise für Mehrfamilienhäuser um +1,4%, für Eigentumswohnungen um +0,5% und für Einfamilienhäuser um +0,9% im 2. Quartal 2013 zum Vorquartal gestiegen.
 
Die Angebotsmieten stiegen gemäss Homegate.ch-Mietindex im Juni 2013 im Vergleich zum Vorjahresmonat um +2,14%.
 
Um +4,7% stieg der Bauindex Schweiz der CS und des Schweizer Baumeisterverbandes im zweiten Quartal 2013. Damit wird die Schwächephase des Jahreswechsels weiter kompensiert. Der Hochbau legte dank dem dynamischen Wohnungsbau alleine um +5,3% zu. Gemäss den Preiserwartungsindizes HEV-FPRE werden für die nächsten 12 Monate weiterhin steigende Wohneigentumspreise und Wohnungsmieten erwartet. Deutliche Preissteigerungen wird es bei Mehrfamilienhaus-Transaktionen geben. (mai)