Weltrekord!

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Teaserbild-Quelle: zvg
Seit letztem Jahr ist eine der kulturell bedeutendsten Stätten Armenines, das Kloster Tatev, auch im Winter erreichbar. Dank dem Engagement eines Milliardärs kann man den auf einem Hochplateau gelegenen Ort mit einer Seilbahn ganzjährig erreichen. Die Goldauer Firma Garaventa zeichnet für Konstruktion und Bau der Anlage verantwortlich.
 
Eine der wichtigsten kulturellen Stätte Armeniens ist das Kloster Tatev. Ende des 9. Jahrhunderts nach Christus gebaut, entwickelte es sich zum spirituellen und kulturellen Zentrum. Unter sowjetischer Herrschaft verlor der Ort an Bedeutung, nur um nach der Auflösung der UdSSR erneut zu einem religiösen Zentrum zu werden. Über Strassen war das Koster im Winter bislang nicht erreichbar. Ein in Russland erfolgreicher armenischer Geschäftsmann spendierte dieses Jahr seinem Heimatland die längste Seilbahn der Welt, die das Dorf Halidzor mit dem Kloster verbindet. Die Bahnanlage besteht aus Tal- und Bergstation, drei Stützen und ist 5,7 Kilometer lang. Während die Garaventa die Seilbahninstallationen lieferte, war das Zermatter Ingenieurbüro alp für die Statik des Projekts besorgt. Im nachfolgenden Video entdecken Sie den Bauplatz in Armenien und sehen wie die Bahn erstellt wurde.
 
 
 
 
 
Bauingenieur Christian Lauber (60) war für den Bau der Anlage in Armenien verantwortlich. Er diplomierte 1977 an der ETH, ist Mitinhaber und VR-Präsident des Büros alp Andenmatten Lauber und Partner AG, Visp/Zermatt.
 
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Christian Lauber ist dipl Bauingenieur ETH und führt ein eigenes Büro.
 
Welches war die grösste Herausforderung beim Bau der Anlage in Armenien?
Der Standort der Bergstation ist 20 Meter von der Kante eines steilen Geländeabfalls entfernt und der Baugrund an dieser Stelle besteht aus einer mächtigen Tonschicht. Die dazu notwendigen Stabilitätsberechnungen haben gezeigt, dass die Geländekante schon vor dem Bau im labilen Gleichgewicht war. Die Geländestabilität wäre somit beim Aufbringen einer Zusatzlast, dem Stationsgebäude, nicht gewährleistet gewesen. In Zusammenarbeit mit dem von unserem Büro beigezogenen Geologen Ulrich Burchard konnten wir dieses Problem lösen. Das war die grösste Herausforderung.
 
Wie haben Sie Ihre Arbeit koordiniert?
Die statischen Berechnungen sowie sämtliche Ausführungspläne für den baulichen Teil sind im Büro in Zermatt erstellt und per E-Mail an den Bauherrn und Bauunternehmer nach Armenien zugestellt worden. Die Koordination der Bauarbeiten erfolgte telefonisch oder per E-Mail sowie je nach Wichtigkeit durch periodische Baustellenbesuche. Wir waren in der glücklichen Lage einen seriösen, fachkundigen Bauunternehmer vor Ort gehabt zu haben und somit waren monatliche Baustellenbesuche ausreichend.
 
Was sind die Unterschiede, ob Sie eine Ingenieursleistung im Ausland erbringen oder in der Schweiz?
Für die Projektierung, das heisst die statischen Berechnungen, sind die örtlichen Normen sowie Baustoffeigenschaften mit unseren verbindlichen Normen und bei uns eingesetzten Baustoffen zu vergleichen. Das bedingt einen Mehraufwand für das Studium der Unterlagen, dies umso mehr, wenn Normen und Baustoffbeschreibungen wie bei diesem Projekt nur in armenischer Sprache vorlagen. Im Weiteren ist bei der Ausführung das Baucontrolling noch wichtiger und damit auch aufwendiger. Dies hängt natürlich auch von der Seriosität der ausführenden Bauunternehmung und der Bauleitung vor Ort ab. (tst)
 
 

39.38208, 46.246948