„Weisser Ritter“ in Sicht

„Weisser Ritter“ in Sicht

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg
Der grösste Baukonzern Deutschlands bekommt gegen ACS Hilfe aus dem Nahen Osten: Das Emirat Katar steigt als Grossaktionär bei den Deutschen ein.
zvg
Quelle: 
zvg
Feindliche Übernahme missglückt: Der deutsche Konzern konnte sich gegen seinen Konkurrenten behaupten.
 
Seit Monaten wehrt sich Hochtief verzweifelt gegen die Übernahme durch seinen spanischen Konkurrenten. Nun zeichnet sich ein Happy End für den Essener Konzern ab: Wie Hochtief mitteilte, konnte er die Qatar Holding LLC als Anteilseigner gewinnen. Hierfür wird das Grundkapital auf rund zehn Prozent erhöht. Und zwar unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre, unter denen sich auch ACS befindet. Das Investmentunternehmen des Emirats Katar wird auf diese Weise später 9,1 Prozent am neuen Grundkapital halten. Der Ausgabepreis je Aktie betrage 57,114 Euro. Damit flössen Hochtief rund 400 Millionen Euro zu.
 
Durch die Kapitalerhöhung wird der ACS-Anteil spürbar verwässert. Gleichzeitig könnte die Qatar Holding im Eigentümerkreis ein Gegengewicht gegen ACS bilden. Der Ad-hoc-Ausschuss des Aufsichtsrats, in dem keine Vertreter des Grossaktionärs ACS sitzen, hat der Kapitalerhöhung bereits zugestimmt, erklärte Hochtief weiter.
 
Die Führung von Hochtief hatte das laufende Übernahmeangebot von ACS als feindlich taxiert und sucht bereits seit Wochen nach einem neuen Ankerinvestor, mit dessen Hilfe er eine Übernahme verhindern könnte. Andere Abwehrversuche von Hochtief blieben bis anhin erfolglos. ACS hält knapp 30 Prozent am Hochtief-Kapital und hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot vorgelegt. Der Einstieg eines neuen Grossaktionärs galt als eine der letzten verbliebenen Möglichkeiten, um die Übernahme noch zu verhindern. (ffi/sda)