Weichen für neue Genfer Bahnlinie gestellt

Weichen für neue Genfer Bahnlinie gestellt

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Das Bundesgericht hat dem Bau der neuen Bahnlinie zwischen Genf und der französischen Stadt Annemasse die letzten Steine aus dem Weg geräumt. Es hat entschieden, dass die Massnahmen zum Schutz der Anwohner vor Lärm und Erschütterungen ausreichen.
 
Die neuen Bahn (CEVA) führt vom Genfer Bahnhof Cornavin via Eaux-Vives nach Annemasse. Vergangenen Juni hatte das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerden gegen die 2008 erteilte Plangenehmigung des Bundesamts für Verkehr (BAV) abgewiesen. - Mehrere Anwohner, die auf der Höhe des Tunnels und der Haltestelle Champel leben, gelangten ans Bundesgericht, doch sie hatten keinen Erfolg: Laut Gericht bieten die vorgesehenen Massnahmen und Auflagen einen angemessenen und ausreichenden Schutz vor den befürchteten Erschütterungen und Lärmbelastungen.
 
Aus der massgeblichen Expertise ergebe sich, dass die einschlägigen Belastungsgrenzwerte mit den Schutzmassnahmen sehr wahrscheinlich eingehalten werden könnten. Genaue Vorhersagen zur Ausbreitung der Erschütterungen und zur Verursachung des Schalls seien zwar äusserst schwierig und mit grossen Unsicherheiten behaftet, hiess es weiter. Sobald der Rohbau fertig gestellt sei, müsse das Ausmass allfälliger Immissionen deshalb mittels Messungen vor Ort bestimmt werden. Es werde Sache des BAV sein, die Schutzmassnahmen im Einzelnen zu definieren, sobald die Resultate vorliegen würden. Laut Gericht ist auch der Rechtsschutz der Projektgegner nicht ausgehöhlt worden.
 
Das Bundesgericht hatte der SBB und dem Kanton Genf im vergangenen September erlaubt, mit den Bauarbeiten auf eigenes Risiko zu beginnen. Davon ausgeschlossen blieben die umfangreichen Arbeiten für den Champel-Tunnel, für den letzten November der Spatenstich erfolgte. (sda)
 
 
 
Die neue Bahnlinie
 
Die Bahnlinie CEVA führt auf 16 Kilometern, knapp 14 davon in der Schweiz, vom Genfer Bahnhof Cornavin ins französische Annemasse. Sie bedient fünf Bahnhöfe, deren Gestaltung dem Architekturbüro Jean Nouvel übertragen wurde. Mit dem Projekt werden die Netze der SBB und der französischen Staatsbahnen SNCF miteinander verbunden. Damit soll ein zusammenhängendes S-Bahn-Netz für die Agglomeration Frankreich- Waadt-Genf entstehen, das sich von Lausanne bis Bellegarde, Annecy, Saint- Gervais und Evian erstrecken wird. Die Kosten für den Schweizer Teil der CEVA betragen 1,567 Milliarden Franken. 2017 soll die neue Bahnstrecke eröffnet werden. (sda)

Lesen Sie dazu auch den Artikel Ceva: Steine im Weg vom 2.9.2011