Weichen für Limmattalbahn gestellt

Weichen für Limmattalbahn gestellt

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Der Zürcher Kantonsrat hat heute Montag die Weichen für die geplante Limmattalbahn gestellt. Das Signal steht jedoch erst auf orange-grün. Weil aus der Region das Referendum angekündigt wurde, dürften die Stimmberechtigten das letzte Wort an der Urne haben.

Mit 165 gegen 2 Stimmen und 3 Enthal­tun­gen hiess der Rat den Staatsbeitrag von 128,3 Millionen Franken für die erste Etappe ­der Limmattalbahn und mit 162 gegen 4 Stimmen bei einer Enthaltung 382 Millionen Franken für die zweite Etappe gut. Weitere 136,3 Millionen Franken bewilligte das Parlament für ergänzende Massnahmen am Strassennetz. Das «Jahrhundertprojekt» erntete von links bis rechts viel Lob. Es handle sich um ein zukunftsgerichtetes Infrastrukturvorhaben, das die Verkehrsprobleme im Limmattal löse und die Entwicklung der stark wachsenden Region in die richtige Richtung lenken könne, waren sich die Fraktionssprecher einig.

Gegner formieren sich

Auch die SVP, deren Vertreter in der vorberatenden Kommission noch gegen die Kreditanträge gestimmt hatten, stellten sich mehrheitlich hinter das Projekt. Einzig Hans-Peter Amrein (SVP, Küsnacht) konnte der Limmattalbahn nichts ­Gutes abgewinnen. Er sprach von einem rückwärtsorientierten und teuren Projekt. Das Limmattal brauche keine Neuauflage der Spanisch­brötlibahn. Bemerkbar machten sich am Montagmorgen vor dem Rathaus auch die Gegner aus der ­ Region – die «IG Limmattalbahn – Nein» aus Dietikon und der Verein «Limmattalbahn – so nicht» aus Schlieren, der sich gegen die Linienführung im Spitalquartier und generell gegen eine Stadtbahn wehrt. «Fehlkonzept und Routenwahl machen die Limmattalbahn zur Qual», hiess es auf einem der Transparente. Beide gegnerischen Gruppierungen haben bereits angekündigt, dass sie das Referendum gegen die Beschlüsse des Kantonsrates ­ergreifen werden. Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) zeigte sich davon wenig beeindruckt.

Die Gesamtkosten für die Bahn betragen 755 Millionen Franken. Nach Abzug des Bundesbeitrages teilen sich die Kantone Zürich und Aargau die Kosten gemäss Streckenanteil im Verhältnis von drei Vierteln zu einem Viertel. Es entfallen ­somit 510,3 Millionen auf den Kanton Zürich und 178 Millionen auf den Kanton Aargau. Der Aargauer Grosse Rat wird im Mai über den Aargauer Kostenanteil befinden. Der Bund hat sich ver­pflichtet, 35 Prozent der ersten Etappe der Limmattalbahn zu finanzieren. (sda)