Wasserschaden: Hallauer Bergkirche „pflotschnass“

Wasserschaden: Hallauer Bergkirche „pflotschnass“

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bilder zvg

Sie steht unter dem Schutz des Bundes und wird gerade saniert: die Hallauer Bergkirche. Jetzt hat man festgestellt, dass das Mauerwerk teilweise stark durchfeuchtet ist. „Schuld“ ist ein Putz mit hohem Zementgehalt.

Die Bergkirche St. Moritz ist das Wahrzeichen von Hallau im Klettgau SH. Das spätgotische Bauwerk wurde im 16. Jahrhundert errichtet und steht unter Denkmalschutz. Die letzte Sanierung war in den späten 70er-Jahren. Und genau damals ist das Problem entstanden, das Architekt Eugenio Bernasconi heute Kopfzerbrechen bereitet. Er ist mit der Restaurierung der Sandsteinkirche beauftragt und steht an der Südwestecke. Er zeigt auf ein freigelegtes Stück Mauer und sagt gegenüber den Schaffhauser Nachrichten: „Wir haben den Putz heruntergenommen und haben nun festgestellt, dass darunter das Mauerwerk total durchfeuchtet ist – pflotschnass kann man sagen. Die Sandsteine fallen auseinander. Nichts hält mehr.“ Man habe herausgefunden, dass bei der Sanierung in den 70ern ein Putz aufgebracht worden sei, der einen hohen Zementgehalt aufweise. Der Architekt erklärt weiter: „Zement macht den Putz einerseits starr und stabil, andererseits lässt er kein Wasser durch. Ist Feuchtigkeit im Stein, bleibt sie drin.“

Ein weiteres Problem hat man im Ostteil der Kirche, am Chor, entdeckt. Dort sind offenbar die Sandsteinfundamente von praktisch allen Stützpfeilern verfault. Die Sockel der Fundamente waren in Zement eingepackt. Dies hat laut Bernasconi dazu geführt, dass die Fundamente sozusagen im Wasser gestanden hätten und morsch geworden seien.

Das feuchte Mauerwerk hat aber nicht nur an der Aussenseite des Bauwerks ihre Spuren hinterlassen: Salzausblühungen im Innern, etwa an der Wand des Chors, wurden ebenfalls entdeckt.

Spender gesucht

Für die Restaurierung wurden Kosten von insgesamt 1,8 Millionen Franken berechnet, wovon sich der Beitrag des Bundes auf 600‘000 Franken beläuft. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dieses Budget jetzt noch eingehalten werden kann, müssen doch deutlich mehr Arbeiten gemacht werden, etwa das Auswechseln ganzer Mauerpartien. Deshalb ist eine Sponsoringaktion gestartet worden, um das zusätzliche Geld zu beschaffen, wie Baukommissionspräsident Werner Pfister gegenüber der Zeitung sagt. (pd/mt)

Die Homepage zur Sanierung finden Sie hier