Wasserleitungen aus dem Orbit überwachen

Wasserleitungen aus dem Orbit überwachen

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Mit Bildern aus dem Orbit wollen zwei italienische Forscher Lecks an Rohren aufspüren: Sie haben ein Überwachungssystem für städtische Wasserleitungen entwickelt, das auf Satellitenaufnahmen der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) basiert.

Das Prinzip ist relativ einfach: Die Bilder der ESA werden mit dem kommunalen Kartenmaterial zur Trinkwasserversorgung abgeglichen. Mit Hilfe einer eigens für diesen Zweck entwickelten Software werden aussergewöhnlich feuchte Stellen, die auf einen Wasseraustritt hindeuten können, ermittelt. Danach wird vor Ort mit dem technischen Personal der Behörden der Grund unter die Lupe genommen. Die Forscher versprechen sich viel von ihrer Technologie und haben deshalb mit „Neptune Water Leaks“ Start-up gegründet. Zudem verweisen sie auf ihrer Website darauf, dass ihr Verfahren relativ günstig und wetterunabhängig ist und eine Überprüfung der Leitungen mittels Satellitenbildern die Endabnehmer kaum durch Betriebsunterbrechungen stört.

In Italien dürfte das Problems undichter Leitungen gross sein: Einige Netze stammen noch aus dem vorletzten Jahrhundert. Zudem traten gemäss Erhebungen des italienischen Statistikamtes im Jahr 2012 bei knapp vierzig Prozent des landesweiten Wasserleitungsnetzes Wasserverluste auf. Dies bedeutet wiederum, dass pro Jahr rund 3,1 Milliarden Kubikmeter nicht genutzt werden können und im Boden versickern. Wie die Stiftungsgesellschaft Fundazione Civicum errechnet hat, beläuft sich der damit verbunden ökonomische Schaden auf beinahe 2,5 Milliarden Euro. (mai)