Was wäre, wenn Perrons fahren könnten?

Was wäre, wenn Perrons fahren könnten?

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Geht es nach den Designern des britischen Büros Priestmangoode, sind klassische Perrons überflüssig. Sie haben sich ein Konzept ausgedacht, mit dem der Zugverkehr umweltfreundlicher und einfacher werden soll.
 
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Von der S-Bahn direkt in den Hochgeschwindigkeitszug umsteigen - die Designer von Priestmangoode wollen es möglich machen.
 
Der Kluge fährt zwar im Zuge, ärgern muss er sich manchmal trotzdem. Zum Beispiel, wenn man auf dem Umsteigebahnhof wegen Pendlerströmen nicht schnelll genug zum Perron gelangt, von wo der Anschlusszug los fährt. Oder wenn die Wartezeit zu kurz ist, um sie sich mit einem Kaffee zu vertreiben aber zu lang, um bei Wind und Wetter am Gleis auszuharren. Geht es nach dem britischen Design-Büro Priestmangoode, könnten solche Situationen demnächst der Vergangenheit angehören. Zumindest dann, wenn Bahnreisende mit Hochgeschwindigkeitszügen unterwegs sind: Die Designer stellten vor kurzem mit „Moving Platforms“ (Bewegliche Perrons) ein neues Konzept für superschnelle Bahnverbindungen vor, bei dem die Passagiere nicht an einer Haltestelle sondern während der Fahrt den Zug wechseln.
 
Priestmangoode schlagen vor, Hochgeschwindigkeitszüge eines Netzes ausserhalb dichtbesiedelter Gebiete zu einer Linie zu verbinden. Das Verbindungsglied bilden lokale Zubringer: Bahnen, die die Reisenden von der Stadt zum gewünschten Zug bringen. Sobald sie beim entsprechenden Hochgeschwindigkeitszug angekommen sind, drosselt dieser sein Tempo, damit die Zubringerbahn andocken kann. Die Reisenden steigen ein, danach löst sich der Zubringer wieder und fährt zurück. Bei Priestmangoode ist man überzeugt, dass diese Idee den Verkehr umweltfreundlicher machen würde. „Ich verstehe nicht, wie man weltweit Milliarden von Pfunden verschleudert, um ein Transportsystem zu finanzieren, das im 19. Jahrhundert entwickelt wurde“, sagte Paul Priestman von Priestmangoode gegenüber dem Designblog Dezeen. Er mache sich keine Illusionen darüber, dass das „Moving Platforms“-Projekt ein grosser Plan sei. „Wollen wir aber, dass Hochgeschwindigkeitszüge erfolgreich werden, Leute die Bahn den Autobahnen und Kurzflügen vorziehen, muss die Infrastruktur, mit der wir unterwegs sind, dringendst angepasst werden.“ (mai)