Was jetzt: Öl, Gas, Holz, Erdwärme oder Sonne?

Was jetzt: Öl, Gas, Holz, Erdwärme oder Sonne?

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Teaserbild-Quelle: nasa.org
Effiziente Wärmeerzeugung und Warmwasser-Aufbereitung sind wichtige Elemente der Haustechnik. Für Entscheider ist es nicht einfach, unter den verschiedenen Systemen die richtige Wahl bezüglich Effizienz, Nachhaltigkeit und Kosten zu treffen. Da die verfügbaren Informationen im Wärmemarkt oft widersprüchlich sind, ist guter Rat teuer.
 
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Sonnenenergie ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
 
Die Reduktion des Energie- respektive des Wärmebedarfs der Gebäude ist zwingend. Durch die aktuellen Bau- und Energievorschriften sind für Neubauten in diesem Bereich klare Vorgaben formuliert. Sie umfassen nicht nur die Anforderungen an das Gebäude, sondern regeln auch den möglichen Einsatz der verschiedenen Energieträger. Im Bereich der bestehenden Gebäude ist in Sachen Effizienzsteigerung ein grosser Handlungsbedarf vorhanden. Nebst der Modernisierung der Geräte muss auch das Gebäude in die Erneuerung einbezogen werden. Nur: Für Hausbesitzer stellt sich nicht nur die Frage nach der technisch bestmöglichen Lösung für die zukünftige Wärmeversorgung. Eine kostenintensive Umstellung einer alten Ölheizung gegen eine Wärmepumpe, die dann keine Geldmittel mehr für die Sanierung oder Teilsanierung des Gebäudes übrig lässt, wäre also keine gute Lösung.
 
Für die Wärmeversorgung stehen heute verschiedene Systeme und Geräte zur Verfügung, und dank Fortschritten in der Gerätetechnik ist heute bei allen Systemen eine hohe Energieeffizienz sichergestellt:
 
Heizöl: Ein Vergleich zeigt, dass mit der Einführung der Ölbrennwerttechnik ein grosses Entwicklungspotenzial erreicht wurde. Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Energie, die im Wasserdampf der Abgase enthalten ist und erhöhen so den Wirkungsgrad um zusätzlich bis zu 10 Prozent. Die Einführung von schwefelarmem Heizöl hat diesen Durchbruch möglich gemacht. Bei bestehenden Gebäuden mit Ölheizung ist durch den Einbau einer Ölbrennwertanlage ein erhebliches Sparpotenzial vorhanden – die Rede ist von bis zu 35 Prozent beim Brennstoffverbrauch. Die vergleichsweise kostengünstige Sanierung erlaubt den Hausbesitzern, zusätzliche Investitionen im Gebäudedämmbereich zu tätigen.
 
Gas: Die meisten Gerätehersteller bieten heute ein Programm von verschiedenen Wärmeerzeugern an. Dazu gehören auch Gasheizkessel, die je nach Leistung als Stand- oder als Wandkessel angeboten werden. Die Brennwerttechnik ist bei Gaskesseln schon seit Jahren eingeführt und hat sich bestens bewährt. Gaskessel werden im Neubaubereich wie auch bei Sanierungen eingesetzt. Bei der Sanierung einer älteren Gasheizung gilt die Empfehlung, den Brennstoff nicht zu wechseln, da bestehende Komponenten, wie zum Beispiel die Gaszufuhr, weiter verwendet werden können. So werden teure Aus- und Umbaukosten vermieden.
 
Holz: Holzkessel werden im Bereich kleiner und mittlerer Leistungen vor allem als Pelletkessel angeboten. Die Geräte wurden in den letzten Jahren verfeinert, der Automatisierungsgrad wurde erhöht. Die Brennwerttechnik ist aber praktisch noch kein Thema. Für die Holzheizung spricht vor allem das Argument der CO2-Neutralität. Auch die Tatsache, dass dieser nachwachsende Brennstoff einheimischen Ursprungs ist, spricht für ihn. Pellets können direkt vor Ort gelagert werden – im Vergleich zum Brennstoff Öl benötigen sie aber, um die gleiche Energiemenge zu bevorraten, ein drei Mal grösseres Lagervolumen.
 
Wärmepumpen: Das aktuelle Angebot an Wärmepumpen für den Wohnungsbereich ist gross. Obwohl bezüglich Energieeffizienz einiges schlechter als eine Erdsonden-Anlage, die die Wärme aus dem Erdreich nutzt, wird nach wie vor eine beachtliche Zahl an Luftwärmepumpen eingesetzt. Im Neubaubereich hat sich die Wärmepumpe für Einfamilienhäuser sogar einen Spitzenplatz gesichert. Sie profitiert davon, dass man sie zu den so genannten Alternativtechniken, also zu den CO2-freien Heizsystemen, zählt. Dies trifft aber nur bedingt zu, da Wärmepumpen durch ihren Stromverbrauch nicht gänzlich CO2-frei sind.
 
Sonnenenergie: Thermische Solaranlagen zur Erwärmung des Brauchwarmwassers oder zur Unterstützung der Wärmeversorgung können praktisch in jedes Heizsystem eingebaut und mit den beschriebenen Heizsystemen kombiniert werden. Die Leistungsfähigkeit der Solarkollektoren konnte in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Dank einfacher Montage- und Befestigungstechnik sowie standardisierter Bauteile können Solaranlagen zeitsparend montiert und einfach in die vorhandenen Heizanlagen integriert werden.

Die Zukunft der Haustechnik

Neue Heizanlagen weisen bezüglich Effizienz und Umweltverhalten ein hohes Niveau auf. In Kombination mit Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung und zur Heizungsunterstützung kann diese Effizienz noch zusätzlich verbessert werden. Die Haustechnik wird sich zukünftig vermehrt mit der dezentralen Wärme- und Stromproduktion befassen müssen. Verschiedene Kompaktanlagen für den Betrieb mit Heizöl oder Erdgas sind bereits in verschiedenen europäischen Ländern in Betrieb. In diesem Bereich liegt noch ein grosses Entwicklungspotenzial. Dies kommt nicht nur den Hausbesitzern und Mietern, sondern der Gesellschaft insgesamt zugute.
 

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