Warten auf die Einhausung

Warten auf die Einhausung

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Teaserbild-Quelle: zvg

Sie könnte eine Art Highline für Zürich sein: Die Einhausung im Quartier Schwamendingen besteht aus einem begrünten, parkartig bepflanzten Deckel unter dem die Stadtautobahn verschwinden soll. Er soll die Anwohner vom Lärm befreien und ihnen gleichzeitig als Grünraum dienen. Zurzeit sieht es so aus, also ob die Schwamendinger eine weitere Runde auf die Realisierung warten müssen.

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zvg
Vogelgezwitscher und Grün, satt Lärm und Abgase: eine Visualisierung der Einhausung Stand 2011.

Durch das Quartier Zürich Schwamendingen verläuft einer der am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte  der Schweiz: Auf der Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Aubrugg und dem Schöneichtunnel verkehren täglich bis zu 110‘000 Fahrzeuge durch die Stadt. Ein begrünter Deckel soll den Lärm mindern und die Lebensqualität der Anwohner heben.

Auf den ersten Blick sieht es nicht allzu schlecht für das Projekt aus. Vor rund acht Jahren waren die nötigen Kredite von Bund und Stimmvolk abgesgnet worden, Anfang 2013  hatte die Stadt Zürich ein entsprechendes Leitbild und einen Gestaltungsplan erarbeitet. Als Bauherr realisieren soll das rund 400 Millionen Franken schwere Bauvorhaben das Bundesamt für Strassen. „Wir sind bereit“,sagte Astra-Sprecherin Karin Unkrig auf Anfrage der sda. Die Hauptarbeiten könnten laut Unkrig bis 2017 in Angriff genommen und damit frühestens im 2022 beendet sein.

Im Laufe der Jahre wurde das Projekt immer wieder angepasst. Im 2012 teilte das Astra schliesslich mit, dass das Projekt „punktuell gezielt weiter entwickelt und verbessert worden“ sei. In der Folge wurde eine ergänzende öffentliche Auflage nötig. Der Kanton Zürich wartet allerdings noch immer auf ein OK des Bundesamts für Umwelt und Verkehr (Uvek). Darum hat die Zürcher Baudirektion die für das Gebiet der Einhausung festgelegte Planungszone nun bis August 2016 verlängert.

Derweil rechnet Statthalter und SP-Kantonsrat Harthmuth Attenhofer, der sich in den letzten Jahren für das Projekt engagiert hatte, nicht mehr mit dessen Realisierung. Er glaubt, wie er gegenüber der sda erklärte, dass „gewisse Leute in Bern“ das Projekt bewusst verzögern. Das Geld von der Stadt, Bund und Kanton sei zwar bewilligt, doch irgendwann werde dann festegestellt, dass es nicht reiche und neue Kredite notwendig würden. So könnte der Bau dennoch scheitern. (mai/mit Material der sda)