„Warming Huts“-Festival: Architektur auf Eis

„Warming Huts“-Festival: Architektur auf Eis

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Die Ironie lässt grüssen: Joyce de Gauws und Paul van den Bergs „Open Wall“ . (zvg) 1/8

Eine Mauer für Kanada: Auf dem Assiniboine-Fluss in Winnipeg wird sie Realität, wenn auch nur temporär und als verspielt-ironische Installation am „Warming Huts“-Festival ab Ende Januar.

Der Anlass findet alljährlich statt, wenn die Temperaturen eisig sind und sowohl der Assiniboine-Fluss als auch der Red River zufrieren. Dann werden auf dem Eis verspielte Hütten für Schlittschuhläufer und Spaziergänger installiert. Dafür, dass sie auch architektonisch interessant sind, sorgt die Manitoba Association of Architects, indem sie für die Unterstände alljährlich einen Wettbewerb ausschreibt, der mittlerweile auch international auf viel Resonanz stösst.

So ist denn die Mauer das Werk holländischer Architekten, Joyce de Gauw und Paul van den Berg. Ihre  „Open Wall“  besteht aus einem Gerüst, über das durchsichtige Planen in unterschiedlichen Rottönen gehängt werden unter denen man hindurch gehen oder zwischen denen man sich aufwärmen kann. Sie zieht sich über die gesamte Breite des Assiniboine-Flusses. So schlicht wie poetisch ist die „Ice Lantern“ von Lisa Trondino, Alexandra Bolen, Mathew Rorigues und Drew Klassen aus Kanada, sie setzen auf eine stilisierte Laterne, in die man hineingehen kann und die in der Abenddämmerung für Licht sorgt. Das Team 888 aus Chicago hat hingegen mit ihrem „Bubble Beach“ einen kalifornisch angehauchten Wintertraum entworfen: Kugeln in deren Inneren Palmen und Strandatmosphäre zum Verweilen einladen.

Zusätzlich zu den drei Wettbewerbsgewinnern wurde Anish Kapoor eingeladen, einen Entwurf beizusteuern: Das „Stackhouse“ (Stapelhaus) des britischen Künstlers besteht aus einem fünf Meter hohen Würfel. Als Baumaterial dient scheibenartig aufeinander geschichtetes Eis. Ebenfalls eingeladen wurden die Studenten der Abteilung Architektur der Universität von Manitoba, die in ihrer „Warmhut“ die Besucher mit einer von Saunas inspirierten Hütte verwöhnen wollen. Ein weiterer Beitrag stammt vom Nelson McIntyre Collegiate: Student Sean Kohli will kleine Eisenbahnwaggons aufs Eis stellen.

Die Bau- oder vielmehr Installationsarbeiten starten Anfangs Januar, damit die Hütten Ende Monat in Betrieb gehen können. (mai)