Walter Meier fusioniert mit Tobler Haustechnik

Walter Meier fusioniert mit Tobler Haustechnik

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Der Klimatechnik- und Werkzeugkonzern Walter Meier will sich voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 mit Tobler Haustechnik zusammenschliessen. Daraus soll ein führendes Gebäudetechnik-Unternehmen hervorgehen. Durch den Zusammenschluss werden 100 bis 120 Stellen gestrichen.

Die aktuelle Ertragskraft von Tobler entspreche in etwa derjenigen von Walter Meier. Deshalb soll die Zusammenführung der beiden Unternehmen im Verhältnis 1:1 erfolgen, teilt Walter Meier mit.

Zurzeit gehört Tobler zum in England domizilierten Heizungs- und Sanitärgrosshändler Wolseley. Die Tobler Gruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 330 Millionen Franken und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter. Walter Meier erzielte 2016 einen Umsatz von 239,6 Millionen Franken, wobei sich der Reingewinn auf 14,78 Millionen (von 7,4 Millionen) verdoppelte. Dies teilt das Unternehmen ebenfalls mit.

Nach dem Abschluss der Transaktion wirf Wolseley rund 39,2 Prozent der Walter Meier-Aktien halten. Der bisherige Hauptaktionär Silvan Meier, der seine Beteiligung via die Greentec AG hält, werde die Transaktion unterstützen, heisst es, auch wenn er seine Mehrheitsbeteiligung verliert und neu rund 33,5 Prozent der Aktien hält.

Auch die Konzernleitung soll neu besetzt werden. Der bisherige CEO von Walter Meier, Martin Kaufmann, wird auch die künftige Unternehmensleitung innehaben. Der bisherige CEO der Tobler Gruppe, Arnold Marty, wird stellvertretender CEO. Die beiden Unternehmen wollen Anfang 2018 unter einem neuen gemeinsamen Namen am Markt auftreten.

Stellenabbau

Der Zusammenschluss führt wegen Überschneidungen kurzfristig zu einem Abbau von 100 bis 120 der insgesamt 1400 Arbeitsplätze. Die Reduktion werde in den nächsten zwei bis drei Jahren grösstenteils durch natürliche Fluktuation erfolgen, teilt die Tobler Gruppe mit. Es sei momentan aber nicht gepalnt, deswegen Kündigungen auszusprechen. Längerfristig sollen gar neue Arbeitsplätze entstehen. Das neue Unternehmen sei optimal aufgestellt, um im bestehenden Markt zu wachsen, schreibt die Tobler Gruppe. Durch die Kombination der Handels- und Systemkompetenz liessen sich Wachstumsmärkte wie erneuerbare Energien und Digitalisierung besser erschliessen.

Aktien im Hoch

Nach der angekündigten Fusion haben die Aktien von Walter Meier deutlich zugelegt. Am Dienstagmorgen kletterten sie um 4,4 Prozent auf 40,55 Franken. Der Gesamtmarkt (SPI) notierte demgegenüber 0,1 Prozent höher als am Vortag. Mit diesem satten Plus waren Walter-Meier-Titel die grössten Gewinner an der Schweizer Börse.

Der Zusammenschluss mit Tobler Haustechnik habe für eine Überraschung gesorgt, schreibt die ZKB. Positiv sei auch die Dividende für das laufende Jahr. In einem Markt mit eng begrenzten Wachstumsgelegenheiten entstehe eine führende Serviceorganisation in der Gebäudetechnik, womit sich die Lücke zur grössten Schweizer Serviceorganisation (Elco) verringere.

Walter Meier rechnet damit, dass das neue Unternehmen einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) von über 60 Millionen Franken erwirtschaftet, nachdem der Integrationsprozess abgeschlossen ist. (sda/pd)