Waldenburgerbahn soll ohne Lokführer fahren

Waldenburgerbahn soll ohne Lokführer fahren

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Teaserbild-Quelle: Markus2008, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org

Die Waldenburgerbahn im Baselbiet soll auf computergesteuerte Linienführung wechseln. Das Projekt ist allerdings sicherheits- und versicherungstechnisch anspruchsvoll.

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Ein Zug der Waldenburgerbahn rollt durch Hölstein BL

Die Baselland Transport AG (BLT) prüft für die Waldenburgerbahn (WB) eine Automatisierung des Betriebs. Frühestens 2022 könnten die Züge führerlos zwischen Liestal und Waldenburg fahren.

Die WB ist am 1. Januar 2016 in die Baselland Transport AG (BLT) integriert worden. Laut BLT-Chef Andreas Büttiker klären derzeit externe Fachpersonen ab, ob die WB dereinst ohne Lokführer betrieben werden kann. In Kontakt sei man auch mit dem Bundesamt für Verkehr, der ETH Zürich sowie den Bahnherstellern, sagte Büttiker gegenüber der "Basler Zeitung".

Modernisierung für 250 Millionen Franken

Die BLT plant für die WB eine Modernisierung für 250 Millionen Franken. Derzeit weist die WB als einzige Bahn der Schweiz noch eine Spurweite von nur gerade 75 Zentimeter auf. Bis 2022 soll die Bahn auf die für Trams in der Schweiz übliche Meterspur umgestellt werden.  Zudem will die BLT in Waldenburg einen neuen Bahnhof bauen. Sowohl das neue Rollmaterial wie auch die Infrastruktur sollen laut Büttiker so ausgestaltet werden, dass ein führerloser Betrieb möglich ist.

Büttiker beurteilt eine Automatisierung allerdings als "extrem anspruchsvoll" - dies sowohl in versicherungstechnischer Hinsicht als auch bezüglich der Sicherheitsvorschriften. So müssten alle Trassees vollständig eingezäunt werden. Zudem bräuchte es bei jeder Haltestelle Sicherheitseinrichtungen.

13,1 Kilometer lange Strecke

Ob auf der 13,1 Kilometer langen Strecke tatsächlich schon ab 2022 automatische Züge verkehren, ist denn auch fraglich. Büttiker bezweifelt nämlich, dass bis dann die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Technik den Anforderungen genügen.

Führerlose Züge sind für die Schweiz kein völliges Novum. So wird etwa die 2008 in Betrieb genommene 5,9 Kilometer lange Metro M2 in Lausanne führerlos und vollautomatisch betrieben. (sda/pd)