Wal-Genueser im Hafenbecken

Wal-Genueser im Hafenbecken

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Teaserbild-Quelle: Bild: zvg

Ein schwimmendes Bauwerk in Genua, von dem man eigentlich gar nicht viel sieht, da der Inhalt wichtiger ist als die Verpackung: Das ist das neue, 94 Meter lange "Delfinhaus".

Das Acquario di Genova (Aquarium Genua) besteht seit mehr als 20 Jahren. Nach eigenen Angaben ist es das grösste seiner Art in Italien und zeigt die grösste Vielfalt an Meeresarten. Einer aktuellen Pressemitteilung von Stahlbau Picher zufolge ist das im August 2013 eröffnete Wal-Aquarium oder "Delfinhaus" die neue Hauptattraktion des Ausstellungsparcours.

Das Delfinhaus ist eine 94 Meter lange Stahlbetonkonstruktion in Parallelpiped-Bauart, die 28 Meter Breite aufweist. Zwischen dem Hauptkörper des bestehenden Aquariums und dem großen blauen Schiff (Grande Nave Blu) gelegen, verbleiben zehn von insgesamt 23 Metern Höhe des schwimmenden Bauwerks unter dem Meeresspiegel, da hier bis zu zehn Delfine in vier offenen Becken mit verschiedenen Funktionen leben: Hauptausstellung-, Delfinbaby-, Medizin- und Pflegebecken. Der Rundgang für Besucher führt über zwei Ebenen, damit man die Tiere sowohl von oben über einen 30 Meter langen, mit Glas überdachten Gang als auch unter Wasser in einer 15 Meter langen Glasröhre beobachten kann.

Die Struktur wurde zunächst in La Spezia gebaut und dann schwimmend in einer genuesischen Werft des Stadtteils Voltri zu 95 Prozent fertig gestellt. Schliesslich wurde sie auf dem Meer in das historische Hafenbecken transportiert. Nachdem die Struktur am Pier positioniert worden war, wurden die Ballastbehälter aufgefüllt, bis sie wie geplant um 80 Zentimeter sanken und auf dem vorbereiteten Meeresboden aufzuliegen kamen.

Die einzigen sichtbaren Elemente der neuen Struktur sind die verglaste Oberfläche der Südseite und der Besucherweg in drei Metern Höhe über dem Wasserspiegel. Die Glasfassade mit Metall-Tragkonstruktion verfügt über ein 12 Millimeter dünnes, thermisch getrenntes Edelstahlgitter, was zu dem optisch leichten EIndruck beiträgt. Die Fassadenplatten der Verbindungstürme zwischen Acquarium und blauem Schiff sind aus hochfestem Beton.

Dank der gemeinsamen Anstrengungen der Stadtverwaltung, der Porto Antico di Genova, der Costa Edutainment sowie natürlich Renzo Piano und Arup konnte ein aussergewöhnliches Bauwerk realisiert werden, dass die denkmalgeschützte Silhouette des historischen Hafens  in der Area Porto Antico nicht verändert.(tw/sda)