"Wakkere" Ehre für Bergell

"Wakkere" Ehre für Bergell

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Teaserbild-Quelle: Christian Beutler/ Keystone

Einmal mehr geht der Wakkerpreis in den Kanton Graubünden. Heute ehrte der Schweizer Heimatschutz die Gemeinde Bergell mit der Auszeichnung.

Der Kanton Graubünden hat, was den behutsamen Umgang mit historischer Bausubstanz und über Jahrhunderte gewachsenem Kulturland anbelangt, die Nase vorn. Das zeigt zumindest der Wakkerpreis. Nach Fläsch (2010), Vrin (1998) und  Guarda (1975) geht die Auszeichnung des Heimatschutzes bereits zum vierten Mal in den Bergkanton: Heuer ehrt er die Gemeinde Bergell,  die 2010 aus dem Zusammenschluss von fünf Gemeinde entstanden ist. „Die Gemeinde  Bergell zeigt vorbildlich, wie eine Berggemeinde den Erhalt der lokalen Baukultur und den Wunsch nach Wachstum vereint“, lobt Adrian Schmid, Geschäftsleiter des Schweizer Heimatschutzes.

Mit dem Wakkerpreis will der Heimatschutz eine Talschaft am Rand der Schweiz würdigen, "die aus dem baukulturellen Erbe die Kraft schöpft, um eine eigenständige Entwicklung voranzutreiben» und «kreative Lösungsansätze" für Herausforderungen wie dem Zweitwohnungsbaus oder der Entleerung der Dorfkerne findet. Dass dies möglich ist, dürfte allerdings an der Fusion der Gemeinden vor rund fünf Jahren liegen. Zumal die Mehrheit bereits vor der Fusion ihre Bauzonen kompakt angelegt hatte, weswegen die Übergänge zwischen den historischen Dorfkernen und der Kulturlandschaft zu weiten Teilen frei von Neubauten geblieben sind. Daneben sorgen Quartierpläne und Gestaltungsvorschriften dafür, dass die Entwicklung der Baulandreserven koordiniert verläuft.

Damit die Bevölkerung dennoch wachsen kann, werden die Dorfkerne wieder belebt. Dies geschieht etwa, indem nicht mehr in Betrieb stehende Landwirtschaftsgebäude umgenutzt werden. Allerdings muss wer beispielsweise einen Stall zum Wohnhaus umfunktionieren will eine obligatorische professionelle Bauberatung oder vielmehr eine  Baubegleitung in Anspruch nehmen. Diese stützt sich laut Heimatschutz nicht auf  "die Durchsetzung von rigiden Regeln", sondern trage "pragmatisch" zur Suche nach gangbaren Lösungen bei.  Im Fokus steht dabei nicht nur das betreffende Bauwerk, sondern auch seine Umgebung und das Ortsbild als Ganzes. Überdies hat Bergell ein kommunales Denkmalpflegeinventar angelegt. Dieses listet nicht nur architektonische Höhepunkte auf, sondern auch etwa Nutz- und Ziergärten samt ihren Mauern. (mai)