Vorzeigeprojekt aus Buche beim Uetliberg

Vorzeigeprojekt aus Buche beim Uetliberg

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Teaserbild-Quelle: pd
Weil die Forstmitarbeiter der Stadt Zürich seit 2012 rund doppelt so viel Wald bewirtschaften, musste der Werkhof Albisgüetli erweitert werden. Beim Baumaterial setzte die Stadt ganz auf Holz aus dem nahegelegenen Wald und zwar auf Buchen. Damit soll aufgezeigt werden, dass Buche der Fichte als Baumaterial ebenbürtig ist.
 
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Noch steht die Erweiterung nicht, sie wird erst Ende Oktober fertig sein.
 
Seit letztem Jahr betreuen die Mitarbeiter des Waldreviers Uetliberg von Grün Stadt Zürich 826 Hektar Wald vom Werkhof Albisgüetli aus. Dies ist rund doppelt so viel wie vor der Übernahme der Beförsterung des Waldes der Holzkorporation Altstetten und dem Kauf des ehemaligen ETH-Lehrwaldes. Der bisherige Werkhof hat sowohl den gestiegenen Anforderungen an den Betrieb als auch an die Wärmedämmung und den Energieverbrauch nicht mehr genügt.
 
Bei dem Projekt bestehen sämtliche statisch relevanten Elemente der Wände, der Decken und des Daches ausschliesslich und möglichst sichtbar aus Buchenholz. Damit soll laut der gemeinsamen Mitteilung von Grün Stadt Zürich und dem Hochbaudepartement dessen Tauglichkeit im Vergleich zu dem bisher bevorzugten Fichtenholz bewiesen werden. Der vermehrte Einsatz von Buchenholz als Baumaterial solle längerfristig die Nachfrage nach dieser Holzart verstärken und damit auch zu höheren Preisen führen. Dem neuen Werkhof Albisgüetli aus der Feder fahrländer scherrer architekten soll dabei eine Schlüsselfunktion zukommen, indem er der Forstwirtschaft und der holzverarbeitenden Industrie, Bauwilligen sowie Architekten als Referenzobjekt dient.
 
Die für den Bau benötigten 100 Kubikmeter Buchenholz übrigens nicht gesondert geschlagen, sie fielen im Rahmen der üblichen Waldbewirtschaftung an. Der Anspruch, das aus dem Stadtwald gewonnene Holz umfassend zu verwenden, mache den Bau zu einem Pilotprojekt, heisst es weiter in der Mitteilung.

Schindeln aus Eibenholz

Eine zusätzliche Besonderheit ist die Verkleidung der Gebäudefassade mit Schindeln aus Eibenholz. Im Unterschied zur Buche wurde die Eibe in Mitteleuropa stark dezimiert, in Deutschland steht sie sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Der Uetliberg jedoch weist die grösste Eibenpopulation Mitteleuropas auf und konnte so für das Projekt nutzbar gemacht werden. Das witterungsbeständige Holz mit seiner markanten Maserung ziere nun das Gebäude als handwerklich gefertigte Aussenhülle, schreiben das Hochbaudepartement und Grün Satdt Zürich. Am neuen Bau zeige sich die Vielfalt der verschiedenen Holzarten und wie diese mit zeitgenössischen Mitteln intelligent genutzt und verarbeitet werden könnten. (mai/mgt)