Vor der Eröffnung steigen die Kosten noch einmal

Vor der Eröffnung steigen die Kosten noch einmal

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Der neue  Berner Bärenparks kostet noch einmal massiv mehr als angenommen. Statt der budgetierten 14,5 Millionen Franken könnte die Anlage schlimmstenfalls mit 23,6 Millionen Franken zu Buche schlagen.
 
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Das neue Zuhause der Berner Bären wird immer teurer.
 
Schuld an den massiven Mehrkosten ist der instabile Hang am Aareufer. Er erwies sich laut den Stadtbauten Bern (Stabe) als schwieriger als von Bauspezialisten prognostiziert. Dies erklärten die Verantwortlichen der Stadtbauten Bern anlässlich einer Medienkonferenz. Zudem stellten die Bauleute zu Beginn dieses Jahres fest, dass im Hang viel Wasser floss: Er drohte abzurutschen und mit ihm auch das Restaurant „Altes Tramdepot“. Der Hang wurde in der Folge mit entsprechenden Sicherungsmassnahmen stabilisiert und der Bau der Anlage konnte fertig gestellt werden. Ende Oktober soll der Bärenpark eröffnet werden.
 
Ein Abbruch der Übung mit Rückbau des bereits begonnenen Parks hätte einen Totalschaden von rund 30 Millionen Franken verursacht und auch der Gegenwert eines Bärenparks wäre weg gewesen. Wie der CEO der Stabe Rudolf Lanzrein sagte, sei die Fortsetzung der Bauarbeiten die kostengünstigste und sicherste Variante gewesen.

Stabe will Schadenersatz von Geologen und Bauplanern

Dennoch sei er perplex und konsterniert über das Ausmass der Kostenüberschreitungen, betonte Peter Gurtner, Verwaltungsratspräsident der Stabe, der Eigentümerin des Hangs und Bauherrin. "Es sind mit Sicherheit Fehler gemacht worden", räumte Lanzrein ein. Um allfällige Verantwortlichkeiten und die Rolle der Stadtbauten zu klären, haben diese beim Gemeinderat eine Administrativuntersuchung beantragt. Per sofort hat der Verwaltungsrat der Stadtbauten CEO Rudolf Lanzrein eine baufachliche Unterstützung und Begleitung zur Seite gestellt. Davon unabhängig wollen die Stabe von den Geologen und Bauplanern Schadenersatz. Eine erste Aussöhnungsverhandlung findet Anfang November statt.

Aussöhnungsverhandlung

Laut einem Bericht der „Berner Zeitung“ von heute verzichtet das Berner Geologenbüro Kellerhals + Haefeli auf eine Aussöhnung mit den Stabe. Es stelle sich auf den Standpunkt mit der notwendigen Sorgfalt gearbeitet zu haben, heisst es. Es komme zu einem Prozess, und dieser könne sich über Jahre hinziehen, wird der Geschäftsleiter des Büros im Artikel zitiert. Die Anklage sei zwar nochz nicht erfolgt, Gruner rechne aber damit. Die Stadt und Stabe werfen den Geologen vor, den Hang unterschätzt zu haben. Somit wären sie mitschuldig an den zusätzlichen Kosten.
 
Wie die „Berner Zeitung“ ausserdem berichtet, stellen die Stabe an die Planergemeinschaft WAM Partner und Klötzli + Friedli finanzielel Froderungen. Laut der Auskunft der Planergemeinschaft sei noch offen ob sie am 9. November zum Aussöhnungsversuch erscheinen werden. - Es wäre unfair, wegen des Bärenparks nun die ganze Arbeit der Stadtbauten "zu verdammen", sagte Lanzrein. Sollte die Untersuchung zeigen, dass er Fehler gemacht habe, werde er dafür geradestehen. Ein Rücktritt sei aber derzeit kein Thema.

Aus Rückstellungen finanzieren

Finanzieren sollen die Zusatzkosten laut Stabe Rückstellungen. Auch wenn sie die Mehrkosten aus der eigenen Kasse finanziert, ist dazu ein formeller Nachkreditbeschluss mindestens des Gemeinderates, allenfalls sogar des Stadtparlaments nötig.
 
Bislang wurde der Bärenpark mit Sponsorengeldern finanziert. Am 25. Oktober wird er mit einem grossen Fest eröffnet. Er grenzt an den bisherigen Berner Bärengraben, der nicht mehr tiergerecht war. Am Aarehang erhalten die Bären nun ein Gehege mit Auslauf im Grünen und einem Bassin an der Aare. (mai/sda)
 

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