Vor 8000 Jahren in Andermatt

Vor 8000 Jahren in Andermatt

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Teaserbild-Quelle: Kanton Uri
Wo bald gegolft wird, waren in der Steinzeit Menschen unterwegs. Das beweisen Funde, die auf der Baustelle für den Golfplatz von Samih Sawiris Andermatter Ferienresort gemacht wurden. Die ältesten Fundstücke sind rund 8000 Jahre alt.
 
Kanton Uri
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Kanton Uri
Fundstücke vom künftigen Golfplatz: Speerspitze, Münzen und Metallgegenstände.
 
Bei den Gegenständen aus der Steinzeit handelt es sich um die bisher ältesten bekannten Funde aus dem Kanton Uri. Es sind kleine Werkzeuge aus bearbeitetem Bergkristall, der vermutlich im Urserental selbst gewonnen worden war. Sie datieren etwa aus der Zeit um 6000 vor Christus. Die Form der Bearbeitung lasse darauf schliessen, dass die Menschen, die diese Werkzeuge vor rund 8000 Jahren hergestellt hätten, aus dem Süden über den Gotthardpass gekommen seien, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons Uri. Zudem weisen die Funde laut dem Kanton darauf hin, dass es bei der Fundstelle einen Lagerplatz gegeben hat. Denn in der Nähe seien zwei Feuerstellen freigelegt worden, deren Nutzung sich über längere Zeit zu erstrecken scheine.
 
Neben den steinzeitlichen Funden gelangten unter anderem eine Speerspitze, ein Bronzeglöckchen, eine Gewandfibel in Form eines Fabelwesens sowie Münzen aus römischer Zeit ans Licht. Laut den Experten stammen sie aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus. Die Archäologen vermuten, dass ein Teil der Funde auf den Verkehrsweg über Oberalp- und Furkapass zwishen Wallis und Graubünden zurück geführt werden kann. Bei den weiteren Funden handelt es sich um Gürtelschnallen und Münzen aus dem 13. und 14. Jahrhundert, aus der Zeit nach der Erschliessung der Schöllenenschlucht um 1200. Erst ab diesem Zeitpunkt habe der Gotthardpass für die Überquerung der Alpen an Bedeutung gewonnen, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons.

Zuger Archäologen für Uri

Als die Bauarabeiten zum Golfplatz zwischen Andermatt und Hospental für das Ferienresort starteten, hatte man in Uri archäologische Funde gewittert. Weil es im Kanton aber keine eigene Fachstelle für Archäologie gibt, fragte Regierungsrätin Heidi Z'graggen den Kanton Zug um Hilfe an, der über eine entsprechende, professionelle Fachstelle verfügt. Im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung unterstützen nun Zuger Archäologen die Ausgrabungen. Die Zusammenarbeit ist allerdings auf vier Jahre beschränkt und läuft seit einem Jahr. Sie kostet den Kanton jährlich 15'000 Franken. Mittelfristig will man in Uri aber eigene Strukturen für Archäologie aufbauen. Die archäologischen Arbeiten laufen parallel zu den Bauarbeiten am Golfplatz. Laut Z'graggen werden die Bauarbeiten durch die Ausgrabungen aber nicht verzögert. (mai)
 

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