Vor 50 Jahren: Spatenstich zur Berliner Mauer

Vor 50 Jahren: Spatenstich zur Berliner Mauer

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Teaserbild-Quelle: zvg
Vor 50 Jahren, am 13. August 1961, begann auf Befehl der DDR der Bau der Berliner Mauer. Sie grenzte den Westen Berlins von der DDR ab und sollte die Ausreise oder Flucht aus Ostdeutschland verhindern. Das Bauwerk bestand 28 Jahre, bis zum Zusammenbruch der DDR.
 
 
Fast drei Millionen Menschen flüchteten von 1949 bis zum Bau der Mauer 1961 vor allem über Berlin in den Westen. Allein 1960 waren es 200'000 Ausreisewillige, die sich in den Westen aufmachten - oft junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte. Die Berliner Mauer ergänzte die bereits zuvor über Jahren immer mehr zum Todesstreifen ausgebaute 1378 Kilometer lange innerdeutsche Grenze. Nach ihrer Errichtung wurde dennoch immer wieder versucht, über das 178,8 Kilometer lange Bauwerk in den Westen zu gelangen.

Die Todesmauer

Für die DDR-Grenzsoldaten galt ein strikter Schiessbefehl. In den 28 Jahren ihres Bestehens bezahlten wahrscheinlich 262 Menschen mit ihrem Leben für den Versuch in den Westen zu gelangen. Oftmals verbluteten angeschossene Flüchtlinge vor den Augen der Menschen im Todesstreifen. Im Jahre 1966 wurde zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren von 40 Schüssen der Grenzwächter getötet. Trotz der Todesbilanz wurden während der Zeit der Mauer 5075 gelungene Fluchten registriert. Auch wenn die Mauer vom Staat als „Antifaschtischen Schutzwall gegen den imperialistischen, revanchistischen Westen“ bezeichnet wurde, war es der ganzen Welt klar, dass es sich um eine Mauer gegen die eigenen Bürger handelte.
 
Während Jahrzehnten wurde die Mauer „perfektioniert“ und immer unüberwindlicher. Anfänglich bruchstückhaft mit Zäunen und mit gegen den Westsektor zugemauerten Gebäudeeingängen und -Fenstern, entstand mit der Zeit eine bis zu 4,2 Meter hohe Beton- und Steinmauer. Sie wurde ergänzt mit Metallzäunen, Kontakt- und Alarmanlagen, 186 Beobachtungstürmen, Hundelaufanlagen, Bunker, Lichtanlagen und Lautsprecheranlagen. Schliesslich sprengte man auch zu nahe an der Grenze zu Westberlin gelegene Häuser. Damit entstand breite, nachts taghell erleuchtete Schneise durch die Stadt entstehen. Täglich befanden sich etwa 2300 DDR-Grenzwächter im Einsatz an der Mauer.

Das Ende

Die abgekapselte DDR begann wirtschaftlich an ihre Grenzen zu stossen. Im Vergleich zum Westen war die überreglementierte verstaatliche Wirtschaft weniger produktiv und innovativ. Die Versorgung – auch mit Lebensmitteln und Konsumgütern - wurde immer ungenügender. Es fehlte Geld für Modernisierungsinvestitionen; In der Folge zerfielen Bausubstanz und Industrieanlagen immer mehr, gleichzeitig wuchs die Umweltbelastung. Derweil brummte die Wirtschaft in Westdeutschland und mit ihm erhöhte sich der Lebensstandart. Diese Unterschiede und dass auf der anderen Seite Meinungfreiheit herrschte, blieben der ostdeutschen Bevölkerung nicht verborgen. Dies führte letztendlich zu einer friedlichen Revolution, die das Ende der DDR mit ihren Grenzbefestigungen herbeiführte. Unter dem Eindruck der Massenflucht von Ostdeutschen über Ungarn und die westdeutsche Botschaft in Prag, sowie auf Grund der zunehmend regierungskritischen Demonstrationen im Land, wurde Ende 1989 die Ausreise ohne besondere Formalitäten beschlossen. Heute zeugen in Berlin nur noch ein paar Mauerreste vom Kalten Krieg und von der Zeit, als Deutschland geteilt war. (mai)