Vom Ruhrpott bis zum Bosporus

Vom Ruhrpott bis zum Bosporus

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Reinicke/StandOut.de
Nach Linz und Vilnius im 2009 gibt es 2010 gleich drei europäische Kulturhauptstädte: Essen, Pécs und Istanbul. Der Grund: erstmals wurde zu dem regelmässigen Doppel einer Stadt aus einem "alten" und einem "neuen" Mitgliedsland auch ein Bewerber aus einem Nicht-EU-Mitgliedstaat gekürt. - In Istanbul und Pécs sind in diesem Zusammenhang zahlreiche Neubau- und Sanierungsprojekte in Angriff genommen worden.
 
 
Der Bogen der der europäischen Kulturhauptstädte für das 2010 spannt sich von West nach Ost: Von der Industriestadt Essen im deutschen Ruhrgebiet über Pécs, die älteste Universitätsstadt von Ungarn, bis an den Bosporus nach Istanbul.

In Istanbul und Pécs wird gebaut und renoviert

Das geschichtliche Erbe Istanbuls ist reich, byzantinische Kaiser und osmanische Sultane haben der 2000jährigen Metropole ihren Stempel aufgedrückt. Davon erzählen die zahllosen Kunst- und Architekturschätze der Stadt an der Grenze von Europa und Asien. Die Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt entstand aus  einer Initiative von Privatleuten und NGOs; Auch wenn das dafür aufgewendete Budget von 270 Millionen Euro fast ausschliesslich vom Staat finanziert wird. Davon werden 65 Prozent für Renovierungs- und Bauprojekte ausgegeben. Davon profitieren die Hagia Sophia, der Topkapi-Palast, das Atatürk-Kulturzentrum sowie der historische und der ägyptische Basar. Des weiteren soll ein neues Kulturzentrum eröffnet werden. 
 
Über ein christlich-muslimisches Erbe verfügt auch Ungarns älteste Universitätsstadt Pécs. Auch hier hat das historische, friedliche Miteinander von Christen und Muslimen sowie Minderheiten wie Deutsche, Roma, Serben und Kroaten in der Architektur seine Spuren hinterlassen. In Pecs wird in diesem Jahr nicht nur renoviert sondern vor allem Neues errichtet. Denn der Hauptanteil der 180 Millionen, die in das Projekt Kulturhauptstadt Europas investiert werden, fliesst in neue Bauten: Dazu gehört etwa ein Konzert- und Konferenzzentrum und ein Kulturviertel auf dem Gelände der Porzellanmanufaktur Zsolnay. Daneben soll ein regionales Bibliotheks- und Wissenschaftszentrum und eine Ausstellungshalle gebaut werden. Ausserdem will man die Bauarbeiten an der Autobahn Budapest-Pécs bis Frühjahr 2010 beendet haben.

Das Ruhrgebiet  - wenn eine gaze Region zur Stadt wird

Mit Essen und dem Ruhrgebiet wird erstmals eine ganze Metropolregion mit dem begehrten Titel ausgezeichnet. Zahlreiche Veranstaltungen sind für das Jahr 2010 geplant. Das Programm startet in der Essener Zeche Zollverein mit einem Open-Air-Oarty und Herbert Grönemeyers Kulturhauptstadt-Lied "Komm zur Ruhr". Passend zum Slogan "Wir machen Kulturhauptstadt für alle" gehören zum 62 Millionen Euro teuren Programm neben den üblichen Ausstellungen oder Konzerten auch zahlreiche breitenwirksame Veranstaltungen. Zum Beispiel ein gemeinsamer Gesangstag mit einem 65'000-Stimmen-Konzert im Stadion auf Schalke. Damit will man unter anderem dem Klischee des "grauen Kohlepotts" ein buntes, lebendiges Bild der Gegenwart gegenüberstellen. (sda/mai)