Vivarium im Berner Dählhölzli wird saniert

Vivarium im Berner Dählhölzli wird saniert

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Der Berner Tierpark Dählhölzli beginnt morgen Freitag mit der Gesamterneuerung seines Herzstücks: des bald 80-jährigen Vivariums. Gegen 800 Tiere müssen während der mehrmonatigen Bauzeit anderswo unterkommen.

 

Die letzte Sanierung ist 25 Jahre her. Mittlerweile sind die Stahlkonstruktion und das Glasdach des Vivariums arg von den hohen Temperaturen, der grossen Feuchtigkeit und dem Salz aus den Meerwasseraquarien angegriffen hat. Das Zuhause von Fisch und Co. muss saniert und vor allem auch erneuert werden. Deshalb werden die 18 kleinen bis mittleren Aquarienlandschaften durch drei grosse ersetzt. Dazu gehört eine Meereslandschaft – ein Riff mit Anemonenfischen, Korallen, Seeigeln und Schwämmen –, ein Mangrovensumpf mit Fischen und Krabben sowie eine Süsswasser-Landschaft. Bei letzterem handelt sich um das Amazonasbecken, in dem neben anderen Rochen und Piranhas einziehen sollen.

Bevor die Bauarbeiten starten können, müssen die Bewohner des Vivariums vorübergehend umziehen. Ein gutes Dutzend der Vivarium-Bewohner wird in den Büros der Berner Stadtverwaltung untergebracht. So zieht zum Beispiel eine Kröte vorübergehend in die städtische Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie. Die allermeisten Tiere finden jedeoch bei Tierpflegern Unterschlupf, wie Tierparkdirektor Bernd Schildger erklärte. Ein Teil der Tiere wird auch verfüttert: „Unsere Bären lieben Fisch“, sagt Schildger. Eine besondere Herausforderung ist der gut fünf Meter hohe Termitenhügel im Vivarium . Laut Schildger ist er der weltweit einzige in einem Zoo und steht dem Gerüst im Weg, das zur Sanierung des Glasdachs installiert werden soll. Darum kappen nun schon seit Monaten Angestellte die obersten Gänge im beeindruckenden Insektenlehmbau, in der Hoffnung, dass die Termiten sich nach unten zurückziehen und überleben.

Auch für die vielen zum Teil tropischen Pflanzen im Vivarium braucht die Parkdirektion Zwischenlösungen: Einige finden in Gewächshäusern ein temporäres zu Hause, andere ziehen in den Botanischen Garten um oder ins Papiliorama Kerzers FR. Manche werden aber auch einfach zurückgeschnitten. – Damit wird das Publikum nach der Wiedereröffnung Ende 2013 weniger Tiere antreffen. Dies, damit die künftigen oder verbleibenden Bewohner mehr Platz bekommen. (mai/mgt/sda)