Visionen vom Zürich der Zukunft

Visionen vom Zürich der Zukunft

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Wie soll sich Zürich weiter entwickeln? Darum ging es an der von der Stadt lancierten Online-Debatte vergangenen September. Interessierte konnten unter www.stadt-zuerich.ch/onlinedebatte darüber diskutieren, wie sie sich die künftige Limmatstadt vorstellen.
 
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Wo verdichtet gebaut wird, braucht es Grünräume. So waren Pärke und Erholungsräume an der Debatte auch ein vieldiskutiertes Thema.
 
Im Rahmen des Legislaturschwerpunkts „Stadt und Quartiere gemeinsam entwickeln“ bot die Stadt während dreier Tage Interessierten die Möglichkeit, Fragen rund um Zürichs künftige Stadtentwicklung im Internet auf den Grund zu gehen. Wie das Präsidialdepartement mitteilt, sind die rund 2000 Beiträge nun ausgewertet. Das Fazit, dass man daraus bei der Stadt zieht, ist positiv: Wegen des regen Interesses an der virtuellen Diskussionsrunde will man die Möglichkeiten für einen vermehrten Onlineaustausch abklären. - Die als Pilotprojekt durchgeführte Online-Stadtdebatte fand übrigens auch Beachtung bei anderen Städten in der Schweiz und im benachbarten Ausland sowie bei Hochschulen und beim interessierten Fachpublikum.
 
An der Debatte hatten nicht nur Stadtzürcher teilgenommen: 14 Prozent der Diskussionsteilnehmer stammten aus dem Kanton, 8 Prozent aus der übrigen Schweiz. Kaum vertreten waren die unter 18-Jährigen. Gerade mal ein Drittel der diskutierenden war weiblich. Mehrheitlich war das Bildungsniveau der Teilnehmenden hoch (zwei Drittel mit Hochschulabschluss). 90 Prozent besassen die Schweizer Staatsangehörigkeit.

Teilrevision der Bauzonenordnung

Die Online-Debatte gliederte sich in fünf Foren: „Wie soll sich die Stadt baulich verändern?“, „Wo liegen Zürichs Grenzen?“, „Wie wollen wir zusammenleben?“, „Wie leben wir mit 2000 Watt?“ und „Wie bewegen wir uns in der Stadt?“. Die Stadt sehe sich aufgrund der diskutierten Themen in vielen Bereichen in ihrem Handeln grundsätzlich bestärkt und bestätigt, heisst es dazu in der Medienmitteilung. Verschiedene laufende Projekte und Vorhaben der Stadt Zürich nähmen sich den in der Debatte angesprochenen Herausforderungen bereits an. Für einige der diskutierten Ideen und Aspekte ist der Handlungsspielraum auf städtischer Ebene allerdings beschränkt.
 
Eines derjenigen Themen, das am meisten auf den Nägeln brannte, war die Frage nach der baulichen Entwicklung Zürichs. Dabei wurden vor allem die Themen „Verdichtung“, „Hochhäuser“ und „Grünräume“ angesprochen. Laut der Stadt wurde auch immer wieder über günstigen Wohnraum diskutiert. Der Stadtrat habe eine Teilrevision der Bauzonenordnung beschlossen, mit dem Ziel, systematische Anpassungen und Korrekturen dort vorzunehmen, wo negative Auswirkungen der bestehemden Ordnung erkannt worden seien, heisst es dazu im Auswertungsbericht der Debatte. Dazu gehöre auch ein ausgewiesener spezifischer Umzonierungsbedarf von einzelnen Arealen für spezielle Nutzungen.

Keine anonymen Siedlungen

Auf Zuspruch im Zusammenhang dem Thema „Verdichtung“ stiessen Blockrandbebauungen: Neben moderner Architektur soll auch dieses für Zürich typische Baumuster weiterhin in der Stadt Platz haben. Kaum Zustimmung fanden grosse anonyme Siedlungen mit wenigen Begegnungsmöglichkeiten. Wie die Diskussion ergab, sollte die Förderung der städtebaulichen Vielfalt stattdessen vermehrt mit verschiedenen Kleininvestoren auf grösseren Parzellen geplant werden. Des öfteren äusserten die Teilnehmer die Sorge, dass unter dem Druck der Wohnungsnot voreilig Wohnraum gebaut werde und dabei gewachsene Lebensräume, Quartierstrukturen und städtebauliche Werte nicht genug berücksichtigt würden. Zudem befürchten viele, dass im Zuge des Hochhausbooms weniger bezahlbarer Wohnraum entsteht. Mit der zunehmenden Verdichtung werden Grünräume und Parkanlagen immer wichtiger: Deshalb forderten die Debattierenden eine sorgfältige Planung und Gestaltung der Aussenräume mit entsprechender Aufenthaltsqualität. Auf Begeisterung stiess die Idee, Dächer mit Gärten zu begrünen und Dachlandschaftswege für Zürich zu planen. (mai/mgt)
 
Die Stellungnahmen der Stadt zu weiteren besonders intensiv diskutierten Themen gibt es unter