VIP-Turm statt Luxus-Tower

VIP-Turm statt Luxus-Tower

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Geht es nach dem Luzerner Unternehmer Hermann Beyeler sollen auf dem geplanten Ceres-Tower in Pratteln dereinst Helikopter vermögende Geschäftleute und andere VIPs zum Flughafen fliegen. Das recherchierte die „Basler Zeitung“. Doch Beyeler verneint solche Pläne.
 
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Landeplatz für Helikopter? Der geplante Ceres-Tower.
 
Beyeler plant in Pratteln eine 160 Millionen Franken teure Überbauung. Neben einem Wohnkomplex gehört der Ceres-Tower, ein 82 Meter hoher Turm, zum Projekt. Als vergangenen September das öffentliche Mitwirkungsverfahren für das Bauvorhaben abgeschlossen worden war, wusste offenbar niemand von einem Helikopterlandeplatz auf dem Dach des Turms, der vermögenden Besuchern eine schnelle Verbindung zu den Flughäfen Basel-Mulhouse und Zürich-Kloten sichern soll. Als die „Basler Zeitung“ letztes Jahr bei Beyeler nachfragte, verneinte er solche Pläne.
 
Doch nun haben die Recherchen der BaZ Früchte getragen. Man hat entsprechende Beweise gefunden. Dies ist in der aktuellen Ausgabe zu lesen. „Die Zielgruppe ist eine exklusive“, wird ein Artikel der Zeitschrift „CD-Sicherheitsmanagement“ zitiert. Der geplante Hubschrauber-Landeplatz auf dem Ceres-Tower lasse dies bereits vermuten. Beyeler wolle internationale Unternehmen auf Pratteln aufmerksam machen. Zahlungskräftige Geschäftsleute aus aller Welt sollten kommen, heisst es weiter. Der Ceres-Tower wird in der „CD-Sicherheitsmanagement“ als „VIP-Magnet“ angepriesen. Laut BaZ erschien der Artikel im Frühjahr 2010, kurz nachdem Beyeler den Quartierplan für sein Projekt bei der Gemeinde und beim Kanton zur Prüfung eingereicht hatte. Das Pikante an der Sache: Im Quartierplan wird der Landeplatz nicht erwähnt. Pikant ist aber auch, dass der Text in „CD-Sicherheitsmanagement“ aus der Feder von Pius Segmüller stammt. Segmüller war Kommandant der päpstlichen Schweizergarde in Rom und der Stadtpolizei Luzern. Zudem amtete er Sicherheitsberater der Fifa. Wie die BaZ weiss, ist Segmüller Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer des Luzerner Sicherheitsunternehmens Swissec. Und die Swissec wiederum wurde von Beyeler, der dort ebenfalls im Verwaltungsrat sitzt, mit der Sicherheitsplanung und –umsetzung beauftragt. Die Zeitschrift „CD Sicherheitsmanagement“ wird übrigens vom Swissec-Verlags AG herausgegeben.
 
Beyeler verneint gegenüber der BaZ die Helikopterlandeplatz-Pläne für zahlungskräftige VIPs auch weiterhin. Zudem hielt Segmüller gegenüber der Zeitung fest, dass die Errichtung eines Landeplatzes „absolut nicht spruchreif“ sei. Der Landeplatz würde nicht für Personentransporte, sondern ausschliesslich für Rettungen und Bergungen aus der Luft im Notfall gebaut würde, wird Segmüller weiter zitiert. Allerdings liegt der BaZ auch ein Vermarktungskonzept der geplanten Überbauung vor. Gemäss diesem Konzept sollen vor allem reiche Geschäftsleute aus Russland und anderen aufstrebenden osteuropäischen Ländern und aus China angesprochen werden. Zudem haben nicht namentlich genannt sein wollende Personen gegenüber der BaZ erklärt, dass Beyeler nie von Rettungsflügen gesprochen habe, sondern von einem schnellen Zugang für VIPs und Prominente zum Flughafen.
 
Am Ende wird der Ball wohl beim Bundesamt für Zivilluftfahrt liegen. Dort hiess es gegenüber der BaZ, dass der Kanton einen solchen Landeplatz nicht bewilligen könne und dass das Bundesrecht keine derartige Möglichkeit kenne, eine derartige Anlage zu genehmigen. (mai)