Viel Strom für Meeresgetier im Basler Zoo

Viel Strom für Meeresgetier im Basler Zoo

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Die Haltung von Meerestieren wie Haie oder Oktopusse in Gefangenschaft aber auch der Stromverbrauch werden beim geplanten Ozeanium des Basler Zoos noch zu reden geben. Denn die künstliche Meereswelt verbraucht laut einem Bericht der Basler Zeitung pro Jahr soviel Energie wie 400 Haushalte.

Die Bauarbeiten am Ozeanium des Basler Zoos könnten frühestens im 2018 starten. Und wenn alles nach Plan läuft, würde es seine Pforten im 2020 öffnen. Doch ob das Prestigprojekt für Oktopus und Pinguine genügend Rückhalt hat, wird sich wohl erst noch zeigen. Denn dass es polarisieren dürfte, zeigt auch die Tatsache, dass die Fondation Franz Weber (FFW) Ende Mai mit dem Projekt „Nemo“ eine, wenn auch noch unausgereifte, Alternative lanciert hat. Die Umweltschützer schlagen einen 3D-Kinokomplex vor, der den Besuchern die Schönheiten und die Probleme der Meere näher bringt. Die FFW kritisiert die Haltung von Meerestieren in Riesenaquarien. Für Kritik dürfte auch der Stromverbrauch und die Nachhaltigkeit des Ozeaniums sorgen.

Die „Basler Zeitung“ (BaZ) hat in ihrer heutigen Ausgabe beim Zolli in Sachen Stromverbrauch nachgefragt: Es sei unbestritten, dass ein Ozeanium viel Energie brauche, erklärte Projektleiter Thomas Jermann gegenüber der BaZ. Er weist darauf hin, dass man sich zum Ziel gesetzt hat, 50 Prozent weniger Energie als vergleichbare Anlagen zu verbrauchen, in dem auf Ökostrom gesetzt wird. Dennoch dürfte sich der Stromverbrauch laut Jermann auf jährlich 1750 Metawattstunden belaufen, was in etwa dem Verbrauch von rund 400 Vierpersonenhaushalten entspricht.

Wie Jermann gegenüber der Zeitung weiter ausführte, wird die meiste Energie für die Kühlung der Kaltwasseraquarien gebraucht. Mit der Abwärme, die beim Kühlprozess entsteht, sollen allerdings gleichzeitig die Besucherräume beheizt werden. Des Weiteren soll das Ozeanium mit einer sogenannten Free-Cooling-Fassade ausgerüstet werden, bei der Wärmeaustauscher und eine besondere Flüssigkeit in der Hülle dafür sorgen, dass die Fassade winters die Innenräume wärmt und sommers kühlt. Überdies sollen auf dem Dach Solarzellen installiert werden.  (mai)

Den Artikel aus der BaZ finden Sie hier: www.bazonline.ch